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Die schwarze Hand von Bödefeld

Dirk

erfahrenes Mitglied
In Bödefeld kann man auch eine Schwarze Hand besichtigen. Sichere Nachrichten über diese Hand sind nicht erhalten. Wohl sind es fast mehr als 250 Jahre, dass die Hand in der Pfarrkirche Bödefeld aufbewahrt wird.
Eine abgeschnittene rechte Hand fand man 1722 beim Neubau der Pfarrkirche zu Bödefeld in einem Sarge. Sie ist schwarz, unverwest und anscheinend durch ein scharfes Instrument vom Körper getrennt.
Nachweisbare Mitteilungen über Herkunft, Alter und Grund für die Nichtverwesung liegen nicht vor. In solchen Fällen bilden sich im Volke viele Legenden, die versuchen, dieses Rätsel zu beschreiben oder zu lösen.

1. Legende
Die eine Legende will wissen, ein junges Mädchen habe in bösem Zorn nach der Mutter geschlagen. Bald darauf sei das Mädchen gestorben und auf dem Friedhof neben der Bödefelder Kirche beerdigt worden. Am folgenden Morgen habe der Küster bemerkt, dass die rechte Hand der Leiche aus dem Grabe herausgekommen sei. Der Pfarrer habe die Hand wieder unter die Erde gedrückt. Aber auch am folgenden Tage und noch mehrmals sei die Hand aus dem Grab herausgewachsen. Da habe der Pfarrer erkannt, dass Gott hier eine Warnung an alle Kinder gerichtet habe, sich nicht an den Eltern zu vergreifen. Er schnitt, so erzählt die Legende, die Hand ab, die mittlerweile ganz schwarz und trocken geworden war, und bewahrte sie in der Kirche als sichtbares Zeichen und Mahnung für die Beachtung des vierten Gebotes auf.

2. Legende
Eine andere Legende führt in die alte Zeit der Femgerichte zurück und in die Zeit des harten germanischen Strafrechts, wonach Kindern, die ihre Eltern geschlagen haben, die rechte Hand auf der Gerichtsstätte abgehackt wurde. So soll es auf dem Gerichtsplatz geschehen sein. Wie es möglich war, dass die Hand unverwest blieb, sagt die Legende nicht. Man glaubt, die abgehackte Hand sei unter Eichenbäumen in die Erde vergraben und dort durch die Beize der Eichenlauge mumifiziert worden; diese Deutung jedoch klingt wenig glaubhaft.

3. Legende
Eine dritte Version gibt der Geschichtsforscher Seibertz, die sehr wahrscheinlich klingt. Eine Prozessordnung des Mittelalters sah vor, dass man, wenn ein Ermordeter gefunden wurde und dem mutmaßlichen Täter die Tat nicht nachgewiesen werden konnte, sich auf ein “Gottesurteil” verließ. Man führte den vermeintlichen Täter an die Leiche des Ermordeten. Wenn beim Nahen des Angeschuldigten die Wunden des Toten von neuem bluteten, dann galt derselben als überführt. Wenn aber die Wunden nicht bluteten, dann ließ man ihn laufen. Falls aber die Leiche bereits beerdigt war, so grub man sie wieder aus, schnitt die rechte Hand ab und prüfte an ihr, ob sie beim Nahen des mutmaßlichen Mörders blutete oder nicht. Seibertz meint, so hätte es sein können bei der “Schwarzen” Hand von Bödefeld. Danach wäre das Mädchen unschuldig ermordet worden; an ihrer ausgegrabenen Hand hätte man das Gottesurteil angewandt. Sollt diese Deutung richtig sein, so müßte man dem guten Mädchen Abbitte leisten, dass man immer von ihrer Freveltat an der eigenen Mutter erzählt.
 
Die Femegeschichte scheidet aus. Die westfälische Form der Feme nimmt eine Sonderstellung ein, wonach ein Handabschlagen als Strafe ausscheiden dürfte.
Als Strafe gab es hier nur Erhängen.

In anderen Strafverfahren gab es dass Handabschlagen für Delikte wie schwere Körperverletzung, Meineid, Falschmünzerei, Urkundenfälschung. Die Hände wurden anschließend einfach entsorgt.

Die zahlreichen schwarzen Hände, die hierzulande in Kirchen, Burgen und Museen befinden sind höchstwahrscheinlich Leibzeichen.
In Mordprozessen wurden sie den Opfern als Beweismittel abgetrennt. Sobald die Tat gesühnt war, wurde die Hand bestattet.
Konnte der Mörder nicht gefunden werden blieb sie in Verwahrung,

Wenn die Hand von Bödefeld in einen kleinen Sarg lag, stammt sie also höchstwahrscheinlich aus einen abgeschlossenen Mordprozess.

(Aber die Legenden sind auch schön!)

Gruß Detlef
 
So ranken sich immer mehr Geschichten um schwarze Hände. Habe nicht gewusst dass es so viele Hände gibt, die aufbewahrt werden. Würde mich ja mal interessieren, wieviele es sind.
 
Vielleicht sind es ja Hände von Diebe.
Wie hat man den Diebe in Mittelalter bestraft??
 
Diebe wurden in unserer Gegend eher aufgehängt. Wenn Hände als Strafe abgeschlagen wurden hat man sie nachher einfach weggeworfen. Die wurden nicht verwahrt.
Hand ab gab es für schwere Körperverletzungen, Meineid usw.
 
Gibts doch gar nicht.
Irgend jemand muß doch wissen wo die hände herkommen :!:
 
Sag ich doch, höchstwahrscheinlich aus nicht abgeschlossenen Mordprozessen.

(Oder der eine oder andere Mönch war in der Reliquienproduktion tätig :twisted: )
 
Ja genau.
Darüber habe ich vor kurzen ein Bericht gesehen.
Was haben die damals nicht alles als heilig Verkauft :!:
Und das alles in namen des Herren
 
Dirk,
du wirst mir immer sümpatischer :D
Ich habe mit der Kirche auch nix zu tun
 
am samstag wird mein sohn getauft. aber auch nur meiner oma und dem kind zuliebe. später in der schule ungetauft und keine komunion und firmung mitmachen das tue ich ihm nicht an. das hat mein vater mit mir auch so gemacht. sonst wäre ich der einzige ungetaufte in der klasse gewesen. :?
er kann sich später dazu seine eigene meinung bilden.
 
Hallo Dirk,
Genau so wars und ist es auch bei mir :!:
Jeder seinen Glauben, nur meinen bilde ich mir selber.
 
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