Bunker-NRW

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Ehemaliges Dampflok Bahnbetriebswerk Duisburg Wedau

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Anonymous

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Fast 100 Jahre lang wurden dort Dampflokomotiven einsatzbereit gemacht. Erst die Dampfrösser vom Bw Wedau machten die Entwicklung der Stahlschmiede an Rhein und Ruhr mit möglich.
1878 war das Bw als Lokomotivwerkstätte der Rheinischen Eisenbahn entstanden. Die hier beheimateten Loks bespannten Stückgut- und Kohlezüge von und nach Süddeutschland. Außerdem galt es, Züge zwischen den zahlreichen Zechen, Kalkstein-Werken, Häfen und Stahlwerken zu bespannen. Schließlich konnte der 1913 eröffnete Rangierbahnhof täglich bis zu 6 000 Güterwagen umstellen.
Um 1935 endeten in Wedau täglich 134 Güterzüge. 121 Güterzüge nahmen dort ihren Lauf. 31 Güterzüge machten hier kurzen Halt, um Wagen abzusetzen und aufzunehmen, weitere 25 hielten nur an, um die Lokomotive zu wechseln. Dazu standen über 60 Rangier- und Güterzuglokomotiven zur Verfügung. Das Bw zählte mehr als 500 Mitarbeiter. Gleich zwei Ringlokschuppen und zwei Drehscheiben waren vorhanden.
In ihrer Glanzzeit fuhren die Wedauer Dampflokführer Langläufe bis nach Oberlahnstein am Rhein und nach Ehrang an der Grenze zu Luxemburg. Mit der Elektrifizierung der rechtsrheinischen Güterzugstrecke 1962 entfielen diese Dampflokdienste.
In den 60er Jahren schrumpfte der Lokomotivbestand auf rund 40 Maschinen. E-Loks waren in Wedau nur abgestellt. Dafür bot sich jetzt der von Bomben beschädigte nördliche Lokschuppen an, dessen Mittelteil nicht wieder aufgebaut worden war. Die Unterhaltung der E-Loks fand in Oberhausen und Köln statt. Im südlichen Lokschuppen befand sich die Achssenke. Dort konnten die Dampflok-Laufwerke für Reparaturen vom Kessel getrennt werden.
Bis 1977 konnte im westlichen Ruhrgebiet auf die Dampfloks nicht verzichtet werden. Die meisten Anschlussgleise der Industrie haben auch heute noch keine Oberleitung. Die letzten Maschinen der Güterzug-Baureihe 50 wurden in Wedau zusammengezogen. Am 17. Februar 1977 erbrachte eine von ihnen die letzte Güterzug-Leistung, einen Kokszug von Castrop-Rauxel nach Wedau.

Hier einige Historische Bilder:

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Bilder von mir folgen Gruß
 
Das BW bestand ursprünglich aus 2 Ringlokschuppen, 1 Drehscheibe mit einen Durchmesser von ca. 20 Meter und eine mit ca. 23 Meter. Die 23m Drehscheibe ist samt Führerhaus und Innenleben noch erhalten - von der anderen Drehscheibe kannn man heute nur noch einen "Wasserkessel" sehen. 1 Ringlokschupen ist noch begehbar.
Und nun die Bilder …


Auf der Drehscheibe


Die Abgerissene Elektrifizierung der Drehscheibe


Drehscheibe in Richtung Führerhaus


Das Innere des Führerhauses


Die überwucherten Ringlokschupen


Das Innere des elektrifizierten Ringlokschuppens Bild 01


Das Innere des elektrifizierten Ringlokschuppens Bild 02


Das Innere des nicht elektrifizierten Ringlokschuppens


Das Wahrzeichen des BW Wedau "Der Wasserturm"


Blick in Richtung des Ausbesserungswerkes Duisburg Wedau und vorgelagerten Wasserturm


Andere jüngere Halle (auch dicht)


Blick zurück beim Verlassen des BW

Hoffe es hat gefallen.
Gruß an alle
 
Danke für die klasse Fotos und den sehr informativen Bericht!
Schön daß es in diesem Forum auch Eisenbahnfreunde gibt!

An der Abschiedsfahrt der Baureihe 50 quer durchs Ruhrgebiet habe ich als
Fahrgast Anfang 1977 selbst teilgenommen.
Bis 1973 bespannten Wedauer "Fuffziger" auch den letzten dampfbetriebenen Personenzug
durchs Ruhrgebiet (P 2689 Wedau-Recklinghausen).

Daß die Anlagen noch stehen, vor allem der Wasserturm, ist ja schon eine Seltenheit.
 
Aber Glücklicherweise werden vermehrt solche Anlagen unter Denkmalschutz gestellt. Aber leider sind die Abrissbirnen oft schneller. Den Denkmähler sind teuer in der Unterhaltung, und für so Was hat die Bahn kein Geld :evil:
 
Hallo zusammen,

klasse Fotos ! Gefällt mir gut. Kannste mir mal nen Tip geben wo ich das in Wedau finde ?

Gruß Daniel
 
Die Gebäude vorne zur Str. hin und die ehem. Feuerwache sind teilweise vermietet.
Und irgendwer kurvt auch von Zeit zu Zeit mit dem Auto über das Gelände...so sah das zumindest im Oktober noch aus,wie ich zuletzt dort war.
 
War in letzter Zeit mal einer an der anderen Seite der Straßenbrücke ?

Mich würde mal interessieren ob es inzwischen möglich ist in den Bhf Wedau,den großen Wasserturm,das Verwaltungsgebäude und das große Stellwerk daneben reinzukommen.
Diese Gebäude jucken mich schon seit Jahren,aber war immer zu roll-
Letztes Mal war ich Oktober da...
 
Hallo Leute,

hier auch noch ein paar Bilder von mir. Ich habe die Bilder über die Jahre hinweg gemacht, für die genauen Daten müsste ich nachschauen, aber so zwischen 2003 und 2006 müsste das gewesen sein.

@Bastler: Der Nordwasserturm ist seit ca. 2003 zugemauert, vorher war ich öfters dadrin. (Offensichtlicherweise auch andere Menschen, was wahrscheinlich der Grund ist warum der zu ist.)

Jedoch waren die Treppen innendrin damals schon vom Taubenkot so fies zerfressen, dass der Aufstieg ein wahres Adrenalinerlebnis war, daher nehme ich mal an, dass es heute gar nicht mehr möglich ist dort hochzusteigen. (Leider hatte ich damals nie eine Kamera, als ich dort drin war.)

In Stellwerk 2 war ich mal im unteren Stellraum, jedoch glaube ich nicht dass das heute noch möglich ist, da dort alles mit Brettern zugemacht worden ist. (Wir hatten damals den Schlüssel).

Im BW war ich auch als es in Betrieb war, da mein Vater dort gearbeitet hat. 1988 oder 1989 ca. hab ich live gesehen wie der 2te Schuppen abgerissen wurde, doch eine verstörende Erfahrung. (Als 4/5 Jähriger)

Ich hab noch einige Bilder, jedoch bin ich mir sicher, dass ich einige grade nicht finde, da müssten noch ein paar ältere sein. Jedoch ist hier auf meinen Computern etwas Unordnung.


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Wow, danke für die Fotos, ich dachte, die hätten da alles abgerissen und mit Tennishallen etc. neu bebaut, oder bin ich örtlich nicht ganz richtig??
 
Ich nehme an da bist du irgendwo falsch gelandet, Tennishallen gibts in der Gegend zwar auch, aber das auch schon länger.

Ist eigentlich bei Google Earth auch schön zu sehen, die Gebäude stehen größtenteils noch genauso da, nur die Natur hat ein wenig weiter erobert.
 
okay....es sind ja wieder ein paar tage seit den letzten bildern vergangen, dann mal ein paar aktuelle von dieser woche :)

der rostige stahlturm war offen und zugänglich, die wendeltreppe im inneren ist allerdings echt klaustrophobisch. sind trotzdem bis oben geklettert, dort geht dann eine leiter weiter nach oben, die hab ich aber nach kurzem probieren nicht bestiegen, beim runter gehen hat man deutlich gemerkt wie die treppe wackelt...also vorsicht falls ihr da noch mal hin wollt.

auf einem von den bildern seht ihr einen lichtschalter mit einem glühenden draht. als ich die hand davor gehalten habe war es auch warm, also keine optische täuschung.
wie kann das sein? ist da noch strom drauf? wie lange kann son draht glühen bis er durch ist, fand ich iwie schon strange. vielleicht hat ja einer von euch ne erklärung dafür.

so genug der vorrede, viel vergnügen mit den bildern, männer...und natürlich auch ladies :)

http://s248.photobucket.com/albums/gg188/dercane/Ringlokschuppen/" onclick="window.open(this.href);return false;
 
Ist ja geil... lach-

Der Draht wird wohl nicht nur an der freiliegenden Stelle glühen,sondern überall unter der verschwehlten Isolation schreck-
Das kann bei der Glühfarbe auch noch ne ganze Weile anhalten,da wird sich wohl mit Luftsauerstoff und agressiven Stoffen aus dem verbrannten Isolationsmaterial eine Oxidschicht auf dem Metall gebildet haben die bisher einen direkten Kurzen verhindert hat.

Das hätte man vieleicht am Sicherungskasten,oder zur Not mit einem geziehlten Steinwurf abstellen sollen...wenn die Hütte oder das halbe Gelände beim nächsten Besuch abgebrannt sind weist du ja woran´s gelegen hat silly-
 
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