Bunker-NRW

Willkommen auf bunker-nrw.de! Wir sind die größte deutschsprachige Lost-Place Community. Bei uns dreht sich alles um verlassene Gebäude, Häuser, Fabriken, aber auch Bergwerke und ähnliches. Wir freuen uns auf dich!

Jahrhundertfund an Dänemarks Küste

Snake

erfahrenes Mitglied
Hier eine Zusammenfassung mit Hintergrundinfos.

Wer noch Bilder hat, bitte einstellen

Unberührte Bunker an Dänemarks Küste entdeckt

Im Mai 2008 wurden durch ein Unwetter, vier deutsche Bunker, an der Küste Dänemarks entdeckt.
Die Bunker waren unentdeckt geblieben, da sie von Sand bedeckt waren. Erst eine Sturmflut mit starkem Wind, legte die seit über 60 Jahren verschollenen Mannschafts-Bunker frei.
Doch bevor weiter über diesen Fund berichtet wird, sollen einige Hintergrundinformationen helfen, die Geschichte der Anlage zu verstehen.

1941 übermannte Adolf Hitler das Gefühl, dass die Alliierten eine Landungsoperation durchführe würden. Er lies darauf hin die Küste am Atlantik befestigen.
Er sollte Recht behalten.
Am 18/19 August 1942 versuchten kanadische Truppen eine Landung in Dieppe- Frankreich.
Dieser Landungsversuch scheiterte.
Hitler war in Alarmbereitschaft und erteilte am 25 August desselben Jahres, den Befehl, die Stellung zu einem Wall auszubauen. So entstand der Atlantikwall. Die Organisation Todt übernahm dieses Bauvorhaben und setzte es bis 1944 fort.
Im November 1943 übernahm Generalfeldmarschall Erwin Rommel die Bauleitung und trieb die bis dato, nur schleppend voran kommenden Arbeiten, voran.
So entstanden auf 5000 Km mehrer Tausend Bunker und Geschützanlagen.
Rommel erkannte, das die Geschütze nicht ausreichend waren, um die Küste abzudecken und lies zusätzlich Hindernisse im Wasser und am Strand bauen. Viele davon, waren zusätzlich vermint oder mit Sprenggranaten bestückt.
Die Nahsicherung wurde durch MG- Trupps übernommen, die mit ihren MG 42 den Strand abdecken konnten.
So sollte einer möglichen Invasion entgegengewirkt werden.
Hitler ging von einem Angriff über Dänemarks Küsten aus und lies dort den Wall besonders befestigen. Jedoch blieb der Angriff dort aus.
Der Anngriff der Alliierten traf die Normandie. Trotz blutiger und verlustreicher Kämpfe, wurde der Atlantikwall an diesem Küstenabschnitt durchbrochen.
Eine Sicherung, deutscher Seite, im Hinterland wurde nie getroffen, da man nicht damit rechnete, dass der Atlantikwall überwunde werden konnte.
Die Garnisonen an der Küste Dänemarks hatten während des Krieges nicht viel zu tun. Der erwartete Angriff blieb aus. Lediglich Schießübungen wurden durchgeführt.
Das einzigste was die Truppen zu tun hatten, war die Bunker vor der Versandung zu schützen.
Die Küste Dänemarks ist immer in Bewegung und die Dünen sind eine echte Herausforderung.
So wundert es nicht, dass die vier unentdeckten Bunker, schnell versandeten und verschwanden.
Bei der Entdeckung wunderte man sich, dass alles in den Bunkern gut erhalten vorgefunden wurde. Die völlige Dunkelheit und die luftdichte Abschottung durch den Sand, ließen dass Innere des Bunkers konservieren.
Es wurden Tische, Stühle, Betten, Schuhe, Kleidung, Konserven und einige persönliche Gegenstände der Bunkertruppen gefunden. Waffen wurden nicht entdeckt. Auch dafür gibt es eine logische Erklärung.
Bei Kriegsende wurden alle Truppen zurück geordert um bei der Heimatverteidigung zu helfen. Ein Veteran, der in diesen Bunker diente erinnert sich: ,, Wir haben all unser Hab und Gut liegen lassen und durften nur unsere Waffen mitnehmen.“
Nach dem Krieg wurden die Bunker von den Dänen durchsucht und ausgeschlachtet, da es an Eisen mangelte. Dabei gingen viele persönliche Dinge zu Grunde.
Die vier unberührten Bunker, sollte dieses Schicksal nicht ereilen. Es ist nicht geklärt, warum sie unentdeckt blieben. Man geht aber davon aus, dass eine Flut oder ein Sturm sie vollkommen mit Sand bedeckten und dass sie so nicht mehr auffindbar waren.
Eine weitere Theorie spricht von Wanderdünen.
Was auch immer für die Versandung gesorgt hat, sorgte für die Konservierung eines Stück Geshichtes. Es ist ein Jahrhundertfund und bisher einzigartig in diesem Ausmaß.
Wer kann erahnen, was der Sand noch zu verbergen hat?!

© Snake
 
So sahen die Bunker ursprünglich aus:

386_ur_1.jpg



Hier die Bergung:

386_be_1.jpg



Die heutige Innenansicht:

386_in_1.jpg



So wird ein Schuh daraus:

386_schuh_1.jpg




Quelle:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,5 63021,00.html

Dort gibt es noch mehr Bilder.

Hier werden die Fundstücke später zu besichtigen sein:

http://www.museumscenterhanstholm.dk/oplev_museet/ ?&setlanguage=3

Gruß,

Wilfried
 
Zurück
Oben