Bunker-NRW

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Leuchtfarbe - Ein kleiner chemischer Exkurs

Sargonia_I

erfahrenes Mitglied
Aber interessant abgeschweift. Zumindest für mich. Man hört ja nicht umsonst das die alten Hawk und Nike Kameraden sich die Nüsse auf dem FLB verbrannt haben grins weitere Diskussionen gern per PN
 

Vandeeik

erfahrenes Mitglied
Aus gegebenem Anlass hol ich das Thema mal wieder hervor, die Frage bezieht sich zwar nicht auf die Chemie von Leuchtfarben, passt hier aber wohl am besten rein ;)
Vor kurzem ist die Frage aufgekommen, nach welchem Muster / System / Prinzip Leuchtfarbe überhaupt aufgetragen wurde, bzw. was die einzelnen Markierungen bedeuten? Hier mal ein Pfeil, da ein kurzer Strich, dann wieder ein breiterer Block... Wirkt insgesamt willkürlich, hat vermutlich aber eine Bedeutung. Hat da jemand Infos zu? :)
 

Lostinplace

erfahrenes Mitglied
Gute Frage, genau das habe ich mich auch mal gefragt. Es gibt Stollen, da sind diese Streifen in einem durchgezogen und dann wieder diese von dir erwähnten. Und da frage ich mich auch, warum man so Stückhaft gearbeitet hat. Vielleicht weiß das ja jemand genauer
 

Bunkerfisch

erfahrenes Mitglied
Das kommt auf das Objekt an in dem du die Zeichen siehst. Regelbauten haben eine Art "Musterschrift" Diese ist je nach Regelbau vorgegeben. Dennoch gibt es eine Vielzahl von Variationen, die durch persönliche Einbringungen von Aufsehern und dem Personal eingebracht wurden.
 

Vandeeik

erfahrenes Mitglied
Zunächst mal danke für die Antwort, falls du eine gute Quelle für weitere Infos darüber hast, würde ich mich freuen :)
 

TanteElfriede

erfahrenes Mitglied
...da wichtigste ist schon gesagt. Spannend vielleicht noch der Hinweis das die alten Leuchtfarben sowohl im Zivilen wie im militärischen Radium enthalten haben als Aktivator. Ärgerlich ist die Halbwertzeit von ca. 1600 Jahren. D.h. die Leuchtmasse strahlt noch, wenn die Leuchtkraft durch den Chemischen Zerfall lange nicht mehr gegeben ist. Und es strahlt mächtig. Die Aussage, dass zerstörte Gläser über Anzeigen ein Problem sind stimmt auf jeden Fall. Und das ein aufgenommener (inkorporierter) Alphastrahler mächtiger Mist ist auch. Aber auch bei intaktem Glas ist vorsicht geboten. Ich habe eine U-Boot Uhr der Russen. 1cm dickes Mineralglas. Intakt. Die Uhr strahlt. Mein Flächenzähler geht bis 3mRem/stunde (d.h. man hätte in ca. 16Std. die Strahlendosis die man sonst in einem Jahr natürlich abbekommt).. und sorry, ich bin alt sivert kenne ich aber ich komme aus dem mRem Zeitalter. So zurück zu dieser Uhr. Bereits ca. 1,5m VOR der Uhr ist mein Flächenzähler am Anschlag. Diese Uhr ist also eine schöne Strahlenquelle. Gerade die Russen haben viele Bunkeranlage zurückgelassen und der Besuch sollte daher immer mit einem gesunden Bewusstsein für "die Kollegen waren entspannt im Umgang mit Strahlung" erfolgen... lieber nicht zu viel Staubaufwirbeln, vielleicht doch mal den Atemschutz anlegen...

Und dann zum Tritium. Da ist die Halbwertzeit bei 12 Jahren. Tritum Uhren hatten das Trititum früher in der Leuchtmasse. Das vergilbt und leuchtet dann nicht mehr so schön. Die Tritium Röhrchen sind das deutlich schöner. Wie eine Uhr mit einem gut belegten Blatt aussehen kann zeige ich gleich mal
ball15.jpg
von links eine UZI, dann Traser, und die letzte eine Ballwatch
Aber wie gesagt in ca. 60 Jahren ist das dunkel....
 

Bastler

erfahrenes Mitglied
Premium
Tritium in festen Leuchtfarben kenn ich garnicht,hör ich das erste mal das das überhaupt geht kratz-
Dazu müsste man das Tritium,das ja ein Wasserstoffisotop ist erstmal in eine chemisch stabile feste Verbindung bringen...welche wäre das ?

Einen Bunker mit Radium Leuchtfarbe zu streichen wäre schon heftig blabla-
Giebt es Beispiele wo das tatsächlich mal gemacht wurde ?
 

TanteElfriede

erfahrenes Mitglied
...das Tritium war in der Leuchtmasse gebunden... frag mich nicht wie. Aber ich gucke mal ob ich was dazu finde... einen kurzen Abriss über die Leuchtfarben in Uhren findest Du hier: https://www.goldgier.de/2015/06/08/tritium-die-leuchtmasse-in-uhren/
 

TanteElfriede

erfahrenes Mitglied
...bei Wiki geklaut:

Radioaktive Leuchtfarben
Werbeanzeige für Undark, eine radiumhaltige Leuchtfarbe, aus dem Jahr 1921
→ Hauptartikel: Lumineszenz

Eine Radioaktive Leuchtfarbe besteht stets aus einer radioaktiven Substanz, früher meist Radiumsalz, später bis vor einigen Jahren entweder eine Tritiumverbindung oder Promethiumsalz, und einer fluoreszierenden Substanz, wie zum Beispiel Zinksulfid. Die ionisierende Strahlung regt hierbei die fluoreszierende Substanz an (Lumineszenz).

Die verwendeten fluoreszierenden Substanzen oder andere zusätzliche Stoffe sind oft auch zur Phosphoreszenz in der Lage. Daher ist – abgesehen von Dauerleuchten – nach Lichteinwirkung zunächst ein starkes, innerhalb von Sekunden abnehmendes Nachleuchten zu beobachten.

Die direkte Strahlung der heute für Leuchtfarben verwendeten radioaktiven Substanzen hat in Luft eine Reichweite von nur wenigen Zentimetern, da nur Alphastrahler und niederenergetische Betastrahler verwendet werden. Eine Abschirmung wird bereits durch eine durchsichtige Abdeckung erreicht. Allerdings kann von Leuchtfarben eine Strahlungsgefahr ausgehen, wenn diese abbröckelt, weil dann die radioaktive Substanz inkorporiert werden kann. Ältere Uhren-Leuchtzeiger, Zifferblätter und Skalen enthielten teilweise auch radioaktive Stoffe mit weitreichender Strahlung. Diese stellen insbesondere dann eine Gefahr dar, wenn die Gegenstände ständig am Körper getragen werden.

Früher waren vor allem die Arbeiterinnen gefährdet, die die Zifferblätter bemalten und dabei den Pinsel mit dem Mund anfeuchteten (Radium Girls). Unter diesen Arbeiterinnen war Zungen- und Unterkieferkrebs eine verbreitete Berufskrankheit, die schließlich dazu führte, dass man die Gefährlichkeit der Strahlung erkannte.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde radioaktive, radiumhaltige Leuchtfarbe in großem Stil beim Militär eingesetzt, um Schalter und Bedienelemente im Dunkeln erkennbar zu machen. Als Anfang der 2000er Jahre Gesundheitsschäden durch militärische Radaranlagen publik und untersucht wurden, gerieten im gleichen Zug auch potenzielle Krebserkrankungen durch Leuchtfarben bei der deutschen Bundeswehr in die Diskussion.[1]

Demnach war es eine Tritiumverbindung die in der Leuchtfarbe zum Einsatz kam.
 

Migest

erfahrenes Mitglied
Hi,

wie schon weiter oben geschrieben, nicht nur Tritium.

Es gibt verschiedene Abhandlungen über das Thema.

https://www.bfs.de/SharedDocs/Downloads/BfS/DE/fachinfo/ion/radar-abschlussbericht.pdf;jsessionid=D6863B4F2BA0EBC39C75E671C9D8027F.2_cid391?__blob=publicationFile&v=1
Dort mal schauen unter "Radioaktive Stoffe und Leuchtfarben".

Oder halt die "Radium Girls"
https://de.wikipedia.org/wiki/Radium_Girls

LG Micha
 
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