Bunker-NRW

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Nuttlar Schieferstollen

Dirk

erfahrenes Mitglied
Vor ein paar Wochen war ich mit Bülent in Nuttlar unterwegs. Wir haben 3 Schieferstollen gefunden. Zwei davon gnadenlos zugemauert, wenigstens hat man hier Löcher für Fledermäuse gelassen. Der Stollen mit der Tür war bis mitte der Neunziger noch in Betrieb. Abgeblich soll ein Stollen 'restauriert' werden, so die Info eines Freundes. Hier werde ich noch mal nachhaken. Es soll noch einen anderen kleinen Stollen geben, denn haben wir aber noch nicht gesucht. Ich setzte später noch weitere Info's ein.


Schiefermauer



Blick Richtung Antfeld


Sauber gestapelt


Wassertank. Kein Wasser mehr drinn


Schwimmer


Ausstieg


Neuer Sturz?


Blick hinter die Tür


Neben dem Stollen


Auch dieser Stollen ist zu


Erst alte Leitplanken


Dann zugemauert


Alter Strommast


Stollen der auf einem Berg steil nach unten führt. Die Loren sind mit einem Seil gezogen worden.


Tür vom Sprengstofflager
 
wahnsinn,
was es alles gibt...Wie kommt ihr an sowas dran?
Tolle Fotos,und guter Bericht.
Danke.
Gruß Andreas :(
 
als erstes ne topografische karte. dann hab ich ne nuttlarer chronik, da meine oma gebürtige nuttlarerin war.
und dann sucht man halt vor ort. wobei es auch tage gibt, wo man nichts findet. (z.b. suchen wir immer noch die goldgrube bei messinghausen. :evil: )

hier noch ein paar infos zu nuttlar.
1857 gründeten 5 männer aus dem westfälischen wirschaftsraum eine firma auf aktienbasis und kauften unter anderem die mutungen von den "nuttlarer schieferbrechern" auf. vor dieser zeit wurde auch schon schiefer im tagebau gewonnen.

1867 wurde das unternehmen in die "schieferbau aktiengesellschaft nuttlar" umgewandelt.

1873 gingen auch die gruben stukenland und loh gegen erhalt neuer aktien an die bisherigen besitzer in den besitz der schieferbau aktien gesellschaft über.

der erste weltkrieg zeigte nur geringe negative auswirkungen auf die schieferbau-ag, denn die rüstungsindustrie benötigte schiefer für die produktion von elektro- und isolationsplatten.

im letzeten jahr des zweiten weltkrieges dienten die stollen als sichere auslagerungsstätte für museen, archiven und firmen. wertvolle güte wurden dort in sicherheit gebracht. auch der bevökerung boten die stollen eine sichere unterkunft vor dem einrücken der amerikaner.

1985 kam dann das aus für die gesellschaft. die gründe sind vielseitig: fehlende investitionen für modernisierungen, keine neuen lagererschließungen, preiswerter ausländischer schiefer, Kunstschiefer und das ende des baubooms.
 
Hallo !
Bei dieser Schiefergrube handelt es sich um die Grube Ostwig, die wie bereits hier genannt, Ende 1984 stillgelegt wurde.
Kurz zur Geschichte: 1857 Gründung der Commanditgesellschaft "W. Gessner" auf Aktienbasis/1867 Umfirmierung in "Schieferbau-Actien-Gesellschaft Nuttlar/1974 Aufkauf durch die Fa. Schieferbau Schmelzer & Co. KG (diese betrieb in Siedlinghausen die Grube "Scaevola") / 12/1984 Liquidation, die bis heute noch andauert.

Der Eingang mit der Stahltür gehört zum Kaiser-Wilhelm-Stollen, der 1878 aufgefahren wurde. Der zugemauerte und mit Leitplanken geschützte Eingang ist die Grube Katz(e). Beide gehören zu einem(!) großen zusammenhängenden Schieferbergwerk. Bis Anfang der 90 Jahre gab es insgesamt vier Eingangsstollen: Katz (Ostwig I), Kaiser-Wilhelm-Stollen, Ostwig II und das Wetterüberhauen auf dem Gelände des Tennisparks in Ostwig oben auf der alten Halde. Zu begehen ist dieses Bergwerk heute nur noch über den Kaiser-Wilhelm-Stollen. Der Rest ist artgerecht verschlossen bzw. wurde Ostwig II (direkt neben der Katz) mit Bodenaushub zugeschüttet. Das Schieferbergwerk hat eine Ausdegnung von ca. 20 km und befindet sich auf 5 Ebenen, wovon die beiden unteren Sohlen (Mittleres Lager, Unteres Lager) nach Abschaltung der Pumpen abgesoffen sind. Das gesamte Gelände wird seit ca. 2 Jahren wieder freigestellt. Der links neben dem Kaiser-Wilhelm-Stollen beginnende Bremsberg, über den der alte Tagebau mit Abraum aus der übertägigen Schieferverarbeitung verfüllt wurde, steht seit 10/2009 unter Denkmalschutz. Das gesamte ehemalige Grubengelände gehört zum Naturschutzgebiet "Nuttlarer Schiefergrube (HSK-480).
Falls jemand aus diesem Forum Interesse an einer Befahrung dieser Grube hat, kann er sich gerne bei mir melden...da ich zusammen mit zwei Freunden zu den "Bergwerkswächtern" gehöre und wir die Zugangsberechtigung haben. daumen-

Glück Auf!
 
Erstmal Danke für den schönen Link Eddie :wink:

Echt ein schöner Bericht über das Bergwerk ich war noch nicht da aber finde es faszinierend, dass das alles so erhalten geblieben ist. Es ist auch eine gute Idee das man dort diese Führungen anbietet denke das ich mir das auch mal angucken werde :wink: Weil zum einfach verschließen und die Grube sich selbst zu überlassen ist sie einfach zu schade.
 
Interessanter Bericht klatsch- rock- Leider kann ich die Bilder nicht sehen nono- weinen- silly- Verschwoer- Was ist da denn wieder passiert? Zu viele Fotos mit Eingängen dabei, so dass der Admin eingeschritten ist oder habe ich den falschen Computer?
 
@ Jakob

Die Bilder von Dirk kann ich leider auch nicht sehen scheinen gelöscht worden zu sein. Lief ja über ne externe Seite nciht hier übers Forum kopfwand- kopfwand-
 
Strabbel schrieb:
@ Jakob

Die Bilder von Dirk kann ich leider auch nicht sehen scheinen gelöscht worden zu sein. Lief ja über ne externe Seite nciht hier übers Forum kopfwand- kopfwand-

Schau doch einfach mal hier. winke-

http://www.tagesbruch.de/imerz/bilder_schiefer_hsk.html

Michael, ich war mal so frei und hab auf Deine Seite verlinkt. Meister-
 
Danke für den Link; und die Bilder kannte ich. Wusste nur nicht dass das Nuttlar war. Ja, der gute technophil hat schon so manches erkundet. Er ist auch teilschuldig an meiner wiederentdeckten Leidenschaft für UT.
 
Sooooo, ich hatte am Sonntag mal die Gelegenheit die Grube zu befahren :D :D :D Ich könnt mir immernoch nen Ast abfreuen lach- An jeder Ecke gibt es was zu entdecken, mal abgesehen von Bergwerkstechnik auch z.B. quasi antike Zigarettenpackungen, alte Zeitungen (die älteste die ich entdeckt hab war von 1931) usw... Zusammen mit der Tatsache, das es dort weder Strom noch Geländer oder sonstige Bequemlichkeiten gibt, macht dies die Befahrung zu einem einmaligen Erlebnis! Helm auf, Grubenlampe an und los :D

Besonderen Dank an die Gebrüder M. die mir diesen wünderschönen Tag erst ermöglicht haben. Vor solch einen Engagement und Leidenschaft, die die beiden in dieses Bergwerk stecken, kann ich nur den Hut ziehen! rock- klatschen- Meister-

Doch genug gefaselt, hier die Bilder:

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Hier steigen die Taucher ein Professor-
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Anfang nächsten Jahres sollen dann auch offiziell Führungen angeboten weden, kann ich nur empfelen rock-
 
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