Bunker-NRW

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Ruine Erpernburg....evtl. auch Erpenburg....

Schmunkmueller

erfahrenes Mitglied
Auf dem Rückweg von der Wewelsburg - die hier ja bereits an anderer Stelle recht breit abgehandelt worden ist - bin ich an einer weiteren Burg vorbei gekommen.
Vielmehr: Ich bin an den Resten/der Ruine vorbei gekommen.....und habe mir gedacht, tja, jetzt wo ich schon mal hier bin, da schaue ich mir das gleich mal ein wenig genauer an.

Es war ziemlich schwierig, da heran zu kommen.

Völlig zugewachsen....und es gibt keinen direkten Zuweg dahin. Über/durch ein Getreidefeld wollte ich nicht laufen....da blieb nur der Weg über eine Wiese....und dann durch ein Brennnesselfeld.
Ziemlich problematisch....mit kurzer Hose, ohne Socken und in Birkenstockschlappen.... :D :D :D .

Was macht man nicht alles für die "Wissenschaft"..... :D :D :D ....

Der Name der Ruine ist mir nicht genau klar. Ich habe mit einer Anwohnerin gesprochen, wie ich am besten dran komme. Diese Dame sprach von der Ruine "Erpenburg".....in der Wiki wird sie als ErperNburg bezeichnet.



Ansonsten: Es findet sich nicht wirklich viel an Infos zur Geschichte dieser Burgruine.

Erpernburg

Die Erpernburg, auch Niederburg genannt, ist eine kleine Burgruine in Ostwestfalen im Kreis Paderborn. Sie liegt im Tal der Alme am nördlichen Ortsrand des zur nordrhein-westfälischen Stadt Büren gehörenden Ortsteils Brenken.

Ihr genaues Erbauungsdatum ist nicht bekannt; möglicherweise wurde die Burg bereits im 11. Jahrhundert erbaut. Sie war der Wohnsitz eines Adelsgeschlechts, das sich die Herren von und zu Brenken nannte. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichtete die Familie nördlich der Burg auf einer Anhöhe über dem Almetal das Schloss Erpernburg und verlegte ihren Wohnsitz dorthin. Die Burg als ursprünglicher Stammsitz verfiel in der Folgezeit, ehe sie im Dreißigjährigen Krieg verwüstet wurde.



Von der auf einem Feld gelegenen Anlage sind lediglich der Stumpf eines runden Turmes sowie die Giebelwand eines Wohngebäudes mit zwei übereinanderliegenden Kaminen erhalten. Die sich heute noch im Privatbesitz befindliche Ruine ist nicht bewirtschaftet und kann aufgrund der bestehenden Einsturzgefahr lediglich aus der Distanz besichtigt werden.

Textquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Erpernburg



Man kommt schon an die Ruine heran....aber wirklich sicher-standfest sieht das Alles NICHT mehr aus. Wirklich nicht.

Vielleicht hat jemand noch weitergehende Infos zum Objekt?! :?: :?: :?: :!: :!: :!: :D :D :D
 
Eine schöne kleine Ruine :D :D
Was mich wundert ist das über die Geschichte der Burg Nichts bekannt ist. Und ich kenne einige guter Burgenseiten
 
Angeregt von/durch Schmunks Fred, habe ich mich heute auch mal auf den Weg nach Brenken gemacht. Es hatte auf der Hinfahrt etwas geschneit. Der Ort liegt nahe der A 44 bei Büren. Professor-

Hier meine Bilder von der Burgruine. daumen- :wink:

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Schön, dass der Fred jetzt wieder bebildert ist, Dejalo.... klatschen- klatschen- klatschen- .

Leider sind die alten Bilder bei imgimg.de wohl alle und endgültig "wech". Da kann man nichts mehr machen.....ich habe vorhin meine alten Bilder im Archiv gesucht. Nun ja.....wie war das noch mit der Ordnung, dem Chaos und dem Genie?!

Ich finde sie auf die Schnelle nicht wieder.....

Nur so viel: Meine Bilder zeigten die Ruine im Sommer....total zugewuchert....
 
Auch schön anzusehen, die "Alme" an einer alten Papiermühle, mitten in Brenken, nahe der Burgruine. Professor-

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Ich lege dann mal ein paar alte /ältere Sommerbilder von dort nach.....von denen einige oben leider verschwunden sind.... zunge-


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Der heutige Name lautet "Erpernburg", genau wie das später errichtete Schloss so genannt wird. "Erpernburg" ist dabei eine mundartliche Verballhornung von "Erdbeerenburg", eine Bezeichnung, die sich im 17. und 18. und zum Teil auch noch im 19. Jahrhundert findet, und die sich über "Erdbeernburg" und "Erdbernburg" schließlich zu "Erpernburg" abgeschliffen hat.
Die Freiherren von und zu Brenken hatten bis in das 19. Jahrhundert u.a. die Gerichtsgewalt über das Dorf Brenken und die Feldmark, und zwar Nieder- und Hochgerichtsbarkeit, weswegen es Gefängnisräume und einen Richtplatz, wohl mit Galgen, gab. Erstere befanden sich vermutlich in der Nähe des Schlosses Erpernburg (in mir vorliegenden Akten aus dem Jahre 1803 ist von zwei Gefängnisräumen, die "nicht gewölbt" seien, die Rede, vermutlich handelt es sich also um ein Nebengebäude), letzteren habe ich noch nicht lokalisieren können. Ich gehe davon aus, dass auch die alte Burg über entsprechende Einrichtungen verfügte, da die Gerichtsgewalt der Freiherren seit dem Spätmittelalter belegt ist.
 
Danke für die Infos, El Oso.
Weißt Du ob es Bilder/Zeichnungen der Burg gibt? Ich finde es interessant zu sehen, wie Ruinen früher mal ausgesehen haben, als sie noch intakt waren
 
krass,das man immer wieder so schöne ruinen sieht,blöd das diese nicht aufrecht erhalten werden und dann zu ruinen zerfallen
 
Grauer Wolf schrieb:
Danke für die Infos, El Oso.
Weißt Du ob es Bilder/Zeichnungen der Burg gibt? Ich finde es interessant zu sehen, wie Ruinen früher mal ausgesehen haben, als sie noch intakt waren
Spontan sind mir keine Bilder bekannt. Die umfangreichste historische Bildsammlung aus dem Paderborner Land ist die "Monumenta Paderbornensia", die ist allerdings von 1669, da dürfte die Burg schon zerstört gewesen sein. Ich werde aber mal ein bisschen recherchieren.
 
Die älteste Darstellung, die ich gefunden habe, ist auf "um 1836" datiert, darauf sieht die Ruine im Wesentlichen so aus, wie heute. Über die Geschichte der Burg schreibt Norbert Reimann:
Stammsitz der Familie und Zentrum des Besitzkomplexes war seit dem 13. Jahrhundert stets die Herrschaft Brenken selbst mit der alten Burg an der Alme (...). Dennoch hatte sich als Basis für die territoriale Machtausübung seit dem 14. Jahrhundert ein anderer fester Platz in den Vordergrund geschoben, nämlich die Wewelsburg. Nach und nach hatten die Paderborner Bischöfe diese Burg fast vollständig aus der Hand gegeben und an die Brenken übertragen, sich allerdings stets das Recht der Wiedereinlösung vorbehalten. (...) 1508 trat ein neuer Bischof in Paderborn sein Amt an: Erich von Braunschweig-Grubenhagen (1508-1532) (...) Bald nach seinem Amtsantritt machte er von seinem Recht der Wiedereinlösung der Wewelsburg Gebrauch. Für das Geschlecht der Brenken war dies folgenreich, nicht zuletzt deshalb, weil ein Teil der (...) Familie in der Wewelsburg seine Wohnungen genommen hatte. Zweifellos war diese Burg auch ungleich größer und repräsentativer al das vergleichsweise bescheidene Haus in Brenken am Almeufer. Direkt betroffen hiervon war (...) Georg von Brenken. Auf dessen Bitten hin gestattete Bischof Erich in einer Urkunde vom 21. Mai 1513 (...), ein neues Haus und eine Befestigung auf eigenem Grund und Boden, nämlich auf dem "Erperndresch" deben dem "Wynckenberghe" zu erbauen. (...) Der neue Platz hoch oben über dem Tal der Alme sollte sich von nun an zum zentralen Sitz des Geschlechtes entwickeln. (...) [A]m 15. Dezember 1515 [,] verkauften die Brüder Friedrich und Georg von Brenken die alte Burg an der Alme mit allem Zubehör ihrem "Vetter", genau genommen jedoch ihrem Neffen, Wilhelm von Brenken und dessen Frau Ottilia von Mesenbuck. Das Haus hatte zuletzt die Mutter der Verkäufer als Witwensitz genutzt. Auch dies deutet darauf hin, dass es sich hier um ein eher bescheidenes Anwesen gehandelt haben dürfte. Durch den Erbteilungsvertrag von 1557 (...) kam das Haus an der Alme dann mit seinem Zubehör an Gottfried aus der Linie des Georg von Brenken. Da dieser ohne Erben war, fiel der Besitz an den Vetter Alhard, den Sohn des Conrad. Alhard soll das Haus, das nun das "niederste Haus auf der Brede" genannt wurde, in den Jahren zwischen 1550 und 1565 vollständig erneuert haben. Nach Alhards Tod ging es über seine Witwe Katharina von Meschede an deren Familie über, die es schließlich an die Familie von Bocholtz verkaufte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es 1622 durch die Truppen des "Tollen Christian" (Herzog Christian von Braunschweig) zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Ruine ist bis heute am Almeufer zu sehen.
Reimann, Norbert, Die Freiherren von und zu Brenken - Ein Rittergeschlecht im Paderborner Land, in: Grothmann (Bearb.), Brenken - über 1000 Jahre Dorfgeschichte, Büren-Brenken 2011, S. 193-226 ( Abschnitt 2.2 "Die Burgen", S. 208-210).

Dazu ist noch zu sagen, dass "Burg mit allem Zubehör" auch einige leibeigene Bauern im Dorf Brenken beinhaltet, was dazu führte, dass die Familie von Meschede und später von Bocholtz Leibeigene in Brenken hatte. Ich vermute, dass deswegen das Interesse der Freiherren am Wiederaufbau der alten Burg nach deren Zerstörung gering gewesen ist und sie diesen zumindest nicht gefördert haben, was aber von mir nur Spekulation ist (die mir vorliegenden Akten lassen derartiges zumindest erahnen, ich habe aber noch lange nicht alles durchgearbeitet). Denn es ist natürlich störend, wenn anderen Familien ein paar Bauern im eigenen Dorf gehören, über die man dann nicht uneingeschränkt richten kann etc.

Auch bin ich mittlerweile, nicht zuletzt durch das, was Reimann schreibt, zu dem Schluss gekommen, dass "Erdbeerenburg" und später "Erpernburg" ursprünglich nur die Bezeichnung für die neue Burg, die später zu dem bis heute erhaltenen Barockschloss umgebaut wurde, war (abgeleitet vom Bauplatz "Erperndresch"). Auch in den Akten ist normalerweise vom "unteren/niederen Haus" die Rede, wenn die heutige Ruine gemeint ist. Vermutlich hat dieser Name sich dann auch auf die alte Burg übertragen.
 
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