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Schwalbe 1

Alles was im Reich unter die Erde verlegt wurde oder werden sollte.

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Schwalbe 1

Ungelesener Beitragvon Bunker-nrw » 25.05.2008, 13:47

Jeder der schon einmal das Sauerland besucht hat, kennt das Naturparadies H√∂nnetal. Zwischen Hemer und Balve, erstreckt es sich mit seinen hohen Felsformationen auf der einen und auf der anderen Seite mit √ľppigen Wiesen und wildromantischem Wald. W√§chter √ľber dieses Gebiet ist die Burg Klusenstein, die Majest√§tisch auf einem Felsen trohnt. Geteilt wird das H√∂nnetal von dem gleichnamigen Fluss, der H√∂nne, die friedlich vor sich hin pl√§tschert, aber auch zu einem reisenden Strom werden kann.
Wer vermutet das, dieses Paradies, ein Relikt Deutschlands dunkelster Zeit verbirgt?
Wer kennt die grausame Geschichte von Zwangsarbeitern, die Kilometer tiefe Stollen in den Berg graben mussten und die unter schlimmsten Bedingungen lebten?
Wer erahnt, wie viel Leid und Blut dieses so ruhige St√ľck Natur erfahren hat?

Um dem Vergessen entgegen zu wirken, wird hier die Geschichte von Schwalbe 1 erzählt.

Ende 1944 waren die Treibstoffreserven Deutschlands, nahezu aufgebraucht. Es wurden Überlegungen angestrebt, wie Treibstoff gewonnen werden könne, um die Streitkräfte weiterhin mobil zu halten.
Im August 1944 wurde der Mineralölsicherungsplan ins Leben gerufen. Dieser besagte, dass Treibstoff durch die Hydrierung von Stein- und Braunkohleteer, hergestellt werden könne. Das Verfahren steckte noch in den Kinderschuhen, sollte aber die Treibstoffgewinnung vorantreiben.
Das Verfahren sah vor, das Braun- und Steinkohleteer, bei einem Druck von 300 bis 700 Atm zu speziellen Treibstoffen verarbeitet werden konnten. Diesen Treibstoff benötigte der Jäger ME- 262, da er nur mit besonders hochwertigen fliegen konnte. Die dabei abfallenden Ben- zine sollten in einem speziellem Dehydrierungsverfahren (DHD), zu Autobenzinen verarbeitet werden.
Da die Anlagen sehr gro√ü waren, ein Dehydrierzylinder war 18 m lang, 5 m hoch und hatte einen Durchmesser von 1 m, konnten sie nicht in normalen Fabriken stehen. Auch die alliierten Bombenangriffe, machten eine Aufstellung in normalen Fabriken unm√∂glich. Somit wurde nach einem geeigneten Platz gesucht, der vor den Luftangriffen sicher war und zugleich die riesigen Zylinder beherbergen konnte. Der Bau eines speziellen Bunkers war zu kostspielig. So begann man mit der Suche nach Steinbr√ľchen, die die Anlage aufnehmen konnten.
Ein solcher Steinbruch befand sich im Hönnetal, nahe Hemer. Der Steinbruch Emil, wurde ausgesucht, da er hohe Solen und steile Kanten hatte. Die Bewaldung gab optimale Deckung und die geplante Anlage, war aus der Luft aus nicht zu erkennen.
Weiter Ausschlaggebend war die gute Versorgungsmöglichkeit. Nahe des Bruches befand sich das Stalag VI A, das mit ausreichend Kriegsgefangenen zum Arbeitseinsatz dienen konnte. Die Wasserversorgung wurde teilweise durch die Hönne gesichert. Die Bedingungen schienen optimal und so wurde noch 1944 mit dem Bau begonnen.
Zunächst wurde eine 100000 Volt starke Leitung von Hemer aus verlegt, die die permanente Stromversorgung sicherte. Die eingespeiste Voltzahl wurde in einem kleinem Umspannwerk aufgesplittet und auf die einzelnen Arbeitsbereiche verteilt.
Es wurde angenommen, dass die H√∂nne, in den warmen Monaten, nicht ausreichend Wasser liefern w√ľrde. Somit wurde eine Hochdruckleitung, nach Unna verlegt, die st√§ndig Frisch- wasser liefern sollte. Ab- und Brackwasser wurden in der H√∂nne entsorgt..
Um die Arbeiten zu optimieren, wurde eine Schmalspurbahn im Steinbruch angesiedelt und die Hönnetalbahn erweitert.
Gesichter wurde der Steinbruch durch 2 leichte und 2 schwere Flaks, die sich an der Bruch-kante und den umliegenden Feldern befanden. Ansonsten wurde nur wenig Sicherungsperso- nal zur Verf√ľgung gestellt, da nicht mit einem Angriff √ľber Land gerechnet wurde.
F√ľr das Wachpersonal wurde eigens ein Geb√§ude errichtet. Das so genannte gr√ľne Haus, da es im Krieg gr√ľn angestrichen war.
Die Häftlinge erhielten Latrinen und sonst nichts, da sie aus dem nahe gelegenem Stalag VI A kamen und nach dem Einsatz dort wieder hin gebracht wurden.
Mit einfachsten Werkzeugen, brachen die H√§ftlinge, riesige Stollen in den Fels. Mit Handbohrern wurden L√∂cher gefertigt, die mit Dynamit bef√ľllt und gesprengt wurden. Die Versorgung der Arbeiter wurde auf das Minimale herunter gefahren, damit keiner auf die Idee kam, einen Fluchtversuch zu begehen.
Innerhalb eines halben Jahres wurden so 1,5 Km Stollen in den Berg getrieben, mit mächtigen Ausmaßen.
Der Hauptsollen, war 15 m breit und 10 m hoch. Es konnten zwei Opel Blitz nebeneinander hindurchfahren.
Die Kammern f√ľr die Maschinen waren noch viel gr√∂√üer. 25 m Ausbr√ľche bei einer Breite von 4 Metern. In diesem Kammern sollte die DHD- Anlagen ihren Platz finden und mittels einer 3 spurigen Kleinstbahnanlage versorgt werden.
Der gewonnen Treibstoff sollte in 4 große Tanks geleitet werden und von dort aus verladen werden.
Aber es wurden nicht nur Stollen zur Treibstoffgewinnung angelegt. Eine Panzerwerkstatt, sowie ein Materialmagazin wurden ebenfalls ausgebrochen. Weitere Ausbr√ľche wurden f√ľr eine Wassergasanlage, Schaltanlagen einer Werkstatt und eine Abf√ľllanlage vorgenommen.
Bis auf die Panzerwerkstatt, wurde die Anlage aber nie in Betrieb genommen, da dass Kriegs- ende √ľberraschend kam und die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen waren.
Nach dem Krieg wurde die Anlage als Rohlochstollen benutzt und erhielt eine Schredder- anlage um Kalkstein zu zermahlen. Diese Anlage ist heute noch erhalten, obwohl der Stein-bruchbetrieb mitte der 60iger eingestellt wurde.
Mit Aufgabe des Steinbruchbetriebes, wurden die Stolleneing√§nge gesprengt. Nur wenige sind noch offen und f√ľhren in das gesamte System.
Heute ist das gesamte Gel√§nde Sperrgebiet, da dort die Sondereinsatzkommandos der Bundeswehr und der Polizei √ľben. Es wurde eigens ein √úbungsgel√§nde erbaut um den H√§userkampf und Geiselbefreiung zu √ľben. Das Betreten ist strengstens untersagt und wird schwer geahndet.
Zum Abschluss ist es Zeit, der Opfer zu gedenken, die dieses Projekt erm√∂glicht haben. Von offizieller Seite aus, gab es nur 24 Tote zu beklagen. Die Dunkelziffer besagt etwas ganz anderes. Nachforschungen haben ergeben, dass √ľber 200 Menschen den Tod bei den Arbeiten fanden.
Es starben 157 Polen, 47 Deutsche und 3 √Ėsterreicher. Die Vermissten wurden nicht mit aufgef√ľhrt. Die Legende besagt, dass sich noch immer Tote H√§ftlinge in den Stollen befinden sollen. Bewiesen wurde dies aber nie.
W√§hrend des Krieges waren √ľber 200.000 H√§ftlinge im Stammlager VI A inhaftiert. 23.470 lie√üen ihr Leben durch Hunger und unmenschlichen Arbeitseins√§tzen, wie dem Projekt Schwalbe 1.

Wir können nur beten, dass sich so etwas Grausames, nie wiederholt und dass die Geschichte Zeichen gesetzt hat.


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Ungelesener Beitragvon Snake » 26.05.2008, 21:31

Bald kommen noch bilder hinzu, die ich auch damlas gemacht habe. Noch mit ner stinknormalen Kleinbildkamera. Sobald ich meinen Scanner wieder am laufen habe, werde ich sie einstellen.

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Ungelesener Beitragvon Sargon_III » 27.05.2008, 14:31

Freu mich schon.
Vom Hohen Norden wird
der Dritte Sargon kommen
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Eine Schar Aufrechter wird um Ihn sein
ihnen wird der Dritte Sargon das Licht geben
und sie werden der Welt leuchten.
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Ungelesener Beitragvon Snake » 03.06.2008, 19:44

Scanner läuft, versuche mal die Tage dei Bilder on zu bringen
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Ungelesener Beitragvon Snake » 03.06.2008, 19:59

Hier schonmal ein Bild der Seilanlage, mit deren Hilfe der Schredder bedient wurde.

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Ungelesener Beitragvon Snake » 03.06.2008, 20:04

Eines der unz√§hligen Sinterbecken, die so heute nicht mehr vorhanden sein d√ľrften!!!

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Ungelesener Beitragvon Snake » 03.06.2008, 20:07

Unwirklich und wie aus einer anderen Welt, taucht im Taschenlampenlicht ein Teil der Betriebseinheit der Schredderanlage auf.


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Ungelesener Beitragvon Snake » 03.06.2008, 20:11

Auch wenn es unwahrscheinlich klingt. Untertage finden sich oft solche Seen, deren Wasser Glasklar und von hochwertiger Qualität sind. So auch im Geheimprojekt Schwalbe 1


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Ungelesener Beitragvon darkrider1989 » 08.06.2008, 12:01

Okay, hoffe mal das klappt so.
hab hier noch ein Paar Bilder aus Schwalbe 1

Bild IMG_0008.JPG[/url] (113 KB)

[url=http://www.bunker-nrw.de/php/attachments/IMG_0009.JPG][/img]
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Ungelesener Beitragvon Snake » 08.06.2008, 13:25

Lässt sich leider nicht öffnen :-(
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Ungelesener Beitragvon darkrider1989 » 08.06.2008, 13:41

hmm, ich frag später mal beim Admin nach
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Ungelesener Beitragvon darkrider1989 » 09.06.2008, 19:52

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so jetzt klappts hoffentlich^^
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Ungelesener Beitragvon Snake » 09.06.2008, 20:00

Cool. Wie ich sehe ist es dort imer noch ordentlich nebelig. Haste Dich mal hinterm Kiesberg abgeseilt? Geht da ja noch ein St√ľckchen weiter. Aber mehr als ein bisschen Sprengstoff in Bohrl√∂chern gibts da auch net :-)

Auf den Leitungen war vor 3 Jahren noch immer Druck. Wie es heute ist, weis ich net. Wie alt sind deine Bilder? Meine sind von 1998
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Ungelesener Beitragvon darkrider1989 » 09.06.2008, 20:17

Ja, hinter dem Berg hab ich mich abgeseilt, aber das lohnt sich nicht wirklich^^
meine Bilder sind von Samstag,...
achja absoluter Highlite-Fund eine alte Dose Miller Beer (leide leer) von den damaligen Amerikanischen Alleirten (irgendwie hab ich das Gef√ľhl, dass ist falsch geschrieben)
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Ungelesener Beitragvon Snake » 09.06.2008, 20:21

Kennst Du die Panzerwerkstatt und die drei Stollen in der hinteren Ecke des Schiesplatzes?

Habe ja einige Stollen gefunden, die nicht auf den Karten verzeichnet sind,a ber der letzte ( liegt etwas abseits im Wald) ist nicht ausfindig zu machen. Ich vermute, das er zugesch√ľttet wurde. An der Stelle ist etwas wie eine Doliene zu finden und eine Hochdruckleitung aus der Zeit. Liegt √ľbrigens au√üerhalb des √úbungsgel√§ndes :wink:
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