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Das alte Stellwerk

Nie vollendete Wasserwege, begonnene Reichsautobahnen und was von der deutschen Bahn noch über ist

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Re: Das alte Stellwerk

Ungelesener Beitragvon Bastler » 20.12.2014, 01:01

Hmm...Erdrutsch Hang Wächter...was es bei der Bahn früher für Jobs gab blabla- lach-

Hätte eher erwartet das es auch vor 100 Jahren kein Problem gewesen wäre sowas technisch zu lösen.
Vieleicht in der Art das man auf dem gefährlichen Hang ein paar dünne Drähte als Ruhestromschleife verlegt,und das dann über die eh vorhandenen Telefonleitungen zum nächsten Bahnhof oder Stellwerk führt kratz-
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Re: Das alte Stellwerk

Ungelesener Beitragvon Wolfensohn » 21.12.2014, 00:02

Ist natürlich ein super Ansinnen für nen (Fast-)Neuling, aber vielleicht mag mich im neuen Jahr mal jemand mit hin nehmen, müßte ja bei mir in der Nähe sein...
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Re: Das alte Stellwerk

Ungelesener Beitragvon tunnelkriecher » 03.01.2015, 18:41

Zu Weihnachten gab es neue Eisenbahn Lektüre, wo auch Infos und Bilder zum Handrutsch 1988 enthalten sind.

Am 21. März 1988 wurde die Stecke Altenbeken - Warburg gegen 23 Uhr gesperrt, wegen "unruhiger Fahrweise". Bereits wenige Wochen nach der Streckeneröffnung im jahr 1853, kam es an fast der selben Stelle zu einem Abrutschen der Strecke. Damals waren 600 Arbeiter damit beschäftigt die Strecke wieder zu reparieren. Seitdem rutscht der hang immer wieder und wurde in mehrere Zonen unterteilt, wobei Streckenkilometer 126 am gefähretsten war.
Im benachbarten Bahnhof waren teilweise 25 Mitarbeiter beschäftigt, die sich um die kilometerlangen Entwässerugsleitungen kümmern mussten. Im Jahr 1988 waren es noch 7-8 Arbeiter die sich täglich um den Strckenabschnitt gekümmert haben bzw die Strecke abgegangen sind.

Bis zum 28. März 1988 sackte der Bahndamm auf einer Länge von 100m bis zu 6m ab (Bild 1)

1.jpg



Auf dem folgenden Bild sieht man eine der Streckenhütte, die ich zuvor schonmal gepostet hatte (viewtopic.php?f=53&t=15965&start=15#p241038)

2.jpg



Am selben Tag wurde beschlossen die Strecke zu verlegen, um ein erneutes abrutschen zu verhindern. Die Strecke wurde daraufhin 900m neu trassiert. Dazu wurden weit über 30000 Kubikmeter Erde bewegt. Gearbeitet wurde in 2 Schicht, von 6-22 Uhr. Stichtag war der 26. April 1988. an dem tag sollte wieder der erste Zug rollen.

Auf der Zeichnung sieht man den alten Streckenverlauft, an Position 6 war der Hangrutsch

3.jpg



Am 26. April rollt der erste Zug über das neue Gleis (Bild 4) Das 2. Gleis wurde am 6.Mai 1988 in Betrieb genommen. Die Baukosten betrugen 2000000 DM. Danach wurde der Abschnitt per Kamera überwacht und war eine permanete Langsamfahrstelle. Nach diesem Ereignis gab die Deutsche Bahn auch endlich grünes Licht für die 12,85Km lange Neubaustrecke inkl. Tunnel die im Dezember 2003 eröffent wurde.

4.jpg
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Re: Das alte Stellwerk

Ungelesener Beitragvon firefighter93 » 01.12.2015, 07:27

Also eins dieser Wärterhäuschen gibt es heute immer noch in der Nähe von Willebadessen.

In der Nähe des alten Stellwerks gibt es zwei niedrige, aber sehr lange Entwässerungsstollen. Ähnliche Bauwerke oder eine Unterführung soll es auch noch irgendwo geben. Bei Gelegenheit werde ich danach mal suchen und auch von den Stollen Fotos machen.

Irgendwo im Bereich des Stellwerk soll es zur Zeit der WiFo auch mal einen Eisenbahnstollen gegeben haben, in dem man einen ganzen Güterzug verschwinden lassen konnte. Wieviel Wahrheit darin steckt weiß ich nicht, aber man erzählt es sich in der Gegend.
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Re: Das alte Stellwerk

Ungelesener Beitragvon tunnelkriecher » 29.02.2016, 09:16

firefighter93 hat geschrieben:Irgendwo im Bereich des Stellwerk soll es zur Zeit der WiFo auch mal einen Eisenbahnstollen gegeben haben, in dem man einen ganzen Güterzug verschwinden lassen konnte. Wieviel Wahrheit darin steckt weiß ich nicht, aber man erzählt es sich in der Gegend.


Wir haben mit gefühlt 100 Leuten schon das gesammte Gelände durchkämmt aber keine Spuren zu finden. Ich fürchte das ich nur eine Legende.
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Re: Das alte Stellwerk

Ungelesener Beitragvon Signalsammler » 13.11.2018, 22:08

Guten Abend zusammen.

Nach langer Zeit gibt es mal wieder etwas zu berichten.
Ich war am Wochenende nochmals im alten Stellwerksgebäude um nach dem rechten zu sehen.
Sturmtief Friederike hat einen Baum aufs Dach geschmissen und dadurch die Isolierung beschädigt. Seitdem tropft bei jedem Regenschauer das Wasser durch die Decke in den ehemaligen Bedienraum. Der Putz ist auch schon von der Decke gekommen. Ansonsten gibt es zum Gebäude selbst nicht so viel neues zu berichten, allerdings hat man versucht die Schlüsselsperren gewaltsam zu entfernen und einiges an Kabelage geklaut. Wenn ich mal wieder Zeit habe, wandere ich die Strecke nochmal komplett ab.

Schöne Grüße,
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Re: Das alte Stellwerk

Ungelesener Beitragvon Signalsammler » 05.03.2019, 21:04

Guten Abend allerseits.

Es gibt leider schlechte Nachrichten. Letzte Woche, um genau zu sein am 27.02. wurde das alte Stellwerkagebäude durch eine Baufirma aus Hünfeld abgerissen. :(
Jetzt ist an der Stelle des Gebäudes nur noch eine planierte Fläche vorhanden. Immerhin kann man in dieser Jahreszeit aber wieder einige Relikte an der Strecke finden.

Viele Grüße,
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Re: Das alte Stellwerk

Ungelesener Beitragvon tunnelkriecher » 17.03.2019, 19:35

Das ist ja echt schade :-( aber danke für die Info. Letztens habe ich noch überlegt, ob ich nochmal hin fahre.
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