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Hochbunker Krefeld- Uerdingen

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Hochbunker Krefeld- Uerdingen

Ungelesener Beitragvon Snake » 04.12.2008, 17:07

Wieder einmal muss eines der imposantesten Bauwerke des zweite Weltkrieges, der Stadtumgestaltung weichen. Ein weiterer Hochbunker, der Tausenden da Leben gerettet hat, wird abgerissen und muss einem Einkaufszentrum weichen.

Die Rede ist vom Hochbunker ,, Am Röttgen" in Krefeld- Uerdingen.

Aus Angst vor Bombenangriffen im eigenem Land, wurde 1940 der Befehl gegeben, Schutzmassnahmen für die Bevölkerung zu errichten. In den Grosstädten war der Bau von unterirdischen Anlagen zu komplex und zu Zeitintensiv. Daher wurden sogenannte Hochbunker errichtet, die einer Vielzahl von Menschen Platz boten.

Der Bunker ,, Am Röttgen" war einer der größten seiner Zeit. Mit einer Gesamthöhe von 24 Metern, 15 Metern Länge und 22 Metern Breite, wurde im Jahre 1941 eine gigantisches Bauwerk errichtet. Der Bunker sollte 3300 Menschen einen sicheren Unterschlupf bieten, doch es sollten bis zu 5000 Menschen den Bunker nutzen.
Bauplanung war 1940. 1941 bis 1942 wurde der Kollos errichtet.

Ein Zeitzeuge erinnert sich an den Bau. Verwundert habe er vor der tiefen Baugrube gestanden und sich gefragt was dort errichtet werden solle. Später habe er dann im halbfertigen Bunker gespielt.

Leider sind nicht alle Erinnerungen so positiv. Eine Frau erinnert sich an einen Luftangriff und beschreibt die Zustände im Bunker als katastrophal.

Während eines schweren Angriffes, vielen die Sanitäranlagen aus. Die Schutzsuchende Bevölkerung hatte somit keinerlei Wasserversorgung und die Nutzung der Toieletten war nicht mehr möglich.
Weiterhin wurde aus Sorge, der einzige Luftschacht verschlossen, so dass die Luft im Bunker zum Schneiden war und sich mit allerhand Gerüchen vermischte. Dies verstärkte das eh schon beklemmende Gefühl noch mehr. Bei Bombeneinschlägen in der Nähe, zitterte der Boden und das Licht begann zu flackern.....

Trotz der schlimmen Erfahrungen, hat der Bunker der Bevölkerung einen guten Schutz geboten.
Jetzt, nach 63 Jahren, wird der Bunker eingerissen um einen Einkaufscentrum zu weichen.
Es macht fast den Anschein, als ob sich die Stadt Krefeld, all seiner Bunkeranlagen entledigen möchte. Der nächste Abriss ist in Planung.....


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Ungelesener Beitragvon Hemeraner » 04.12.2008, 17:14

Sehr imposant.
Waren solche Hochbunker nicht besonders Bomberangriffen ausgesetzt?
Sie sind ja nicht gerade unauffällig.....
Hemeraner
 

Ungelesener Beitragvon Snake » 04.12.2008, 17:18

Nunja. Da solche Bunker immer in der Nähe von Häusern standen, war es nur schwer möglich, diese gezielt ausfindig zu machen. Einige Bunker wurden auch speziell getarnt. So eine Bunkerkirche die ich mal gesehen habe. Der Bunker wurde als Kirche gebaut und wird heute auch noch, als solche, genutzt.
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Ungelesener Beitragvon LandfĂĽrst » 04.12.2008, 22:49

achja der Bunker in Uerdingen....ich war fast jeden Tag da und hab mir das angeguckt. Danke fĂĽr die ganzen Informationen.
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Re:

Ungelesener Beitragvon clorko » 26.07.2010, 16:28

Hemeraner hat geschrieben:Sehr imposant.
Waren solche Hochbunker nicht besonders Bomberangriffen ausgesetzt?
Sie sind ja nicht gerade unauffällig.....


Hm stimmt wohl. Aber wäre das nicht auch Munitionsverschwendung? Man bräuchte bestimmt nicht gerade wenig Bomben um so einen Stahlbetonklotz erheblich zu beschädigen. Der ist doch taktisch eher ein unwichtiges Ziel zumal sich dadrin fast nur Zivilisten aufgehalten haben. Aber naja die Amis haben ja sogar U-Boote mit Rot Kreuz Flaggen die Schiffbrüchtige am retten waren bombadiert...

Wusste gar nicht das der abgerissen wird.
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Re: Hochbunker Krefeld- Uerdingen

Ungelesener Beitragvon sebikr » 29.09.2010, 09:14

Ein paar Bilder vom Abruch.
Da sieht man die Wandstärke.

Der Bunker hat ein recht interessante Geschichte. Ich such sie mal raus....

Hier ein Zitat aus der WZ:

"
Zweiter Weltkrieg: Ende Februar, Anfang März 1945 rollte die Front über Krefeld. Die deutschen Truppen flüchteten über die noch nicht gesprengte Rheinbrücke. Die US-Armee rückte nach. Sie wollte die intakte Brücke erobern.

Kampf um die Brücke: In Uerdingen konzentrierten sich die deutschen Artilleriekräfte. Selbst auf dem Marktplatz wurden Geschütze aufgestellt. Die Vorbereitungen für eine Sprengung der Brücke liefen frühzeitig an. Ohne Unterlass feuerte die US-Armee auf die Rheinstadt. Die Menschen flüchten sich zumeist in die maßlos überfüllten Bunker.

Bunker: Am Röttgen quartierten sich neben den Zivilisten auch noch Soldaten einer Fallschirmjäger-Kompanie ein. Deren Hauptmann plante,beim Einmarsch der Amerikaner auf jeden Fall ein Blutbad zu vermeiden. Für den Fall, dass die US-Soldaten vor dem Bunker plötzlich auftauchen sollten, wollte er sich ergeben. Ansonsten plante er, sich mit seiner Einheit bei nächster Gelegenheit abzusetzen. So geschah es auch.

Sprengung: Am späten Abend des 3. März fuhren die Deutschen einen mit Munition beladenen Lkw zwischen die beiden Pylone der Rheinbrücke. Gegen 6 Uhr am folgenden Morgen explodierte dieser und riss eine gut 100 Meter breite Lücke.

Krefelder Bunker: Der Bunkerbau wurde in den 1940er Jahren gerade in den Industriestädten des Westens forciert. In Krefeld genehmigte man 30 große Bunkeranlagen, von denen letztlich 22 Hoch- und zwei Tiefbunker realisiert wurden. Hinzu kommen 45 Stollenanlagen. Ein Großbunker kostete rund 800000 Reichsmark, was heute rund vier Millionen Euro entspricht.
"
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Re:

Ungelesener Beitragvon elcasa » 30.09.2010, 19:11

Ist ja wirklich sehr sehr Imposant.Total faszinierend^^





Snake hat geschrieben:Nunja. Da solche Bunker immer in der Nähe von Häusern standen, war es nur schwer möglich, diese gezielt ausfindig zu machen. Einige Bunker wurden auch speziell getarnt. So eine Bunkerkirche die ich mal gesehen habe. Der Bunker wurde als Kirche gebaut und wird heute auch noch, als solche, genutzt.



Wir haben eine Kirche an der frĂĽher 4Flak geschĂĽtze befestigt wurden silly-
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Re: Hochbunker Krefeld- Uerdingen

Ungelesener Beitragvon Hubert P. » 09.10.2010, 10:31

Da habe ich ne menge Bilder vom Abriss des Bunkers, als der im Sommer 2008 abgerissen wurde fuhr ich jeden Tag mit dem Rad von der Arbeit dran vorbei, diese poste ich mal bei Gelegenheit hoch.

Nun steht an der Stelle n moderner Edeka Markt, der recht groß ist und auch vielerlei Geschäfte hat, damals hatte ich die Bilder mit nem kleinen Taschenknipser gemacht, heute nutze ich eine meiner 3 D-SLR (Spiegelreflexkameras)
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