So nun will ich hier mal meine Reisebericht au Kreta vorstellen.
Ein Eldorado für einen jeden der diese unser Hobby teilt. Viele Ruinen aus vielen verschiedenen Zeiten von vielen verschiedenen Völkern. Fast alles frei zugänglich. Auch die Höhlen wo in Deutschalnd überall ein Gitter vor ist kann man hier noch ungestört betrachten. Dies hat aber leider den Nachteil das viel Vandalismus von unwissenden Menschen begangen wird und wurde.
Als erstes einige Geschichtlich Hintergründe zur Insel.
Kreta war nachweislich etwa ab 6000 v. Chr. besiedelt. Ab dem dritten vorchristlichen Jahrtausend entstand auf der Insel mit der Minoischen Kultur die erste Hochkultur auf europäischem Boden. Etwa um 1100 v. Chr. übernahm mit den Mykenern eine erste griechischsprachige Bevölkerung die Paläste ihrer Vorgänger; durch den Zuzug weiterer griechischer Stämme, die in den folgenden Jahrhunderten auf Kreta siedelten, wurde die Sprache der Minoer allmählich gänzlich verdrängt.
In klassischer Zeit lag Kreta am Rand des griechischen Kulturraums, es galt als „Insel der 100 Poleis“, war also in zahlreiche kleine Stadtstaaten zergliedert. Der in Stein gehauene Gesetzestext der damals mächtigen Polis Gortys ist der einzige vollständig erhaltene Codex dieser Art der griechischen Antike. Zur Zeit des Hellenismus gewann Kreta wieder an strategischer Bedeutung. Die ab 67. v. Chr. herrschenden Römer verwalteten Kreta in der Provinz Creta et Cyrene von Gortyn aus zusammen mit der heute libyschen Küste.
Die von 395 bis 1204 währende byzantinische Epoche wurde nur 824 bis 960 durch Besetzung durch die Sarazenen unterbrochen. Nach dem Vierten Kreuzzug und der Eroberung Konstantinopels fiel Kreta an die Republik Venedig, die die Insel als Regno di Candia von Iraklio aus verwaltete. 1645 eroberten die Türken die Insel und verleibten sie als Girit (osmanisch گريد) dem Osmanischen Reich ein. Zahlreiche Aufstände der Bevölkerung im 19. Jahrhundert gegen die Besatzer wurden blutig niedergeschlagen. 1898 erzwang die Intervention Frankreichs, Russlands und des Vereinigten Königreichs eine fast vollständige Autonomie Kretas unter der Oberhoheit der Hohen Pforte. Durch den Vertrag von London von 1913 wurde Kreta schließlich Teil des griechischen Staates, durch den im Vertrag von Lausanne 1923 vereinbarten umfassenden Bevölkerungsaustausch mussten rund 50.000 Türken die Insel verlassen, viele Griechen aus Kleinasien siedelten in Kreta.
Geschichte zum Venenzianisch - Osmanischen Konflikt auf Kreta
Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges auf dem europäischen Festland begann im Mittelmeerraum nach einer längeren friedlichen Zeit ein neuer Krieg. Im Jahr 1644 griffen die Malteser Ritter einen türkischen Konvoi an, der von Alexandria auf dem Weg nach Konstantinopel war. Die Malteser brachten ihre Beute nach Kreta. Sie hatten auch etliche Mekka-Wallfahrer gefangengenommen. Daraufhin stach im Juni 1645 eine türkische Flotte mit 60.000 osmanischen Soldaten unter Sultan İbrahim I. in Richtung Kreta in See, und kurz darauf bedrohte ein türkisches Heer Dalmatien.
Der Angriff der Türken auf Kreta begann im Juni 1645 mit der Einnahme der Festungen auf Agii Theodori vor der Nordküste Westkretas und nach wochenlanger Belagerung am 22. August 1645 mit der Eroberung der Stadt Canea. Auf dem Landwege zogen die türkischen Truppen weiter nach Osten, und auch die osmanische Flotte griff nun zeitgleich im September 1646 die Festung Rethymno an, die nach mehrwöchiger Belagerung am 13. November fiel.
Um einen solchen Krieg führen zu können, benötigte Venedig Truppen, die es nicht selbst aufbringen konnte, und so warb es Söldner aus ganz Europa an, vor allem 30.000 Mann aus Hannover, Braunschweig und Celle. Die meisten waren arbeitslose und unnötig gewordene Veteranen des Dreißigjährigen Krieges, die ihren Zahlmeistern, den Städten und Fürsten, nach dem Krieg zu einer teuren Last geworden waren. Der Ruf Venedigs nach Soldaten bot die Gelegenheit, sich von diesem Soldatenmob zu befreien. Vor allem deutsche Fürsten waren dankbar, ihre überschüssigen Truppen gegen gute Bezahlung loszuwerden.
Kleinkrieg 1648 bis 1666
Sehr bald war die gesamte Insel von den Osmanen besetzt, und nur noch die stark befestigte Festung Candia ( Iraklion ) hielt stand. Die Osmanen begannen mit der Belagerung am 1. Mai 1648. Venedig konnte mit seiner Flotte den osmanischen Nachschub abfangen, blockierte die Dardanellen, gewann gegen die osmanische Flotte 1651 bei Naxos und 1656 vor den Dardanellen mehrere Seeschlachten, und konnte Candia weiterhin gut versorgen. Die beiden folgenden Jahrzehnte waren bestimmt von einem endlosen Kleinkrieg zu Land und auf See. Konnte Venedig die Versorgungslage aufrechterhalten und türkische Schiffe kapern, wurden die Türken zurückgedrängt. Zur Winterzeit, wenn der Kampf ruhte und das Mittelmeer wegen der Winterstürme unbefahrbar war, blieb für Candia der Nachschub aus. Wenn die Türken mit ihren Schiffen durchkamen, so ging die Belagerung auf Kreta weiter. Immer wieder zog die Pest über Candia, und so kostete der zermürbende Kleinkrieg beide Seiten viele Verluste an Menschen und Material.
Angriff auf Candia Im Frühjahr 1666 begannen die Türken mit dem Großangriff auf das inzwischen zu einer riesigen Festung ausgebaute Candia. Es wurde von sieben Forts und dazugehörenden Gräben, Kontereskarpen, einem Labyrinth an gedeckten Wegen, unterirdischen Tunneln und zahllosen Schanzen, Bastionen, Wällen, Kasematten, Kaponnieren, Hornwerken und Ravelins geschützt. Die meisten Anlagen waren unterirdisch miteinander verbunden. Die Werke waren mit Verwendung von Hohlbauten aus Luftziegeln, Holz und Erde errichtet. Das war den aus Mitteleuropa angereisten Ingenieuren neu; sie waren an Erdwälle oder an Mauern mit dahinter aufgeschütteter Erde, nicht aber an Hohlbau gewöhnt und lernten hier die Widerstandsfähigkeit solcher Deckungen erst kennen.
Minenkrieg
Unter Führung des Hugenotten St. André lernten Festungsbauer und Ingenieure aus vielen Ländern ihr Handwerk. Der deutsche Ingenieur Georg Rimpler sollte im Jahre 1683 bei der Zweiten Wiener Türkenbelagerung mit diesem Wissen um die Organisation, Technik und Logistik beim Bau einer Festung wesentlich zum Durchhalten der Stadt Wien beitragen. Er und Johann Bernhard Scheither († nach 1677) schrieben in den nächsten Jahren ihre Erfahrungen zu bedeutenden Werken über die Belagerungskunst nieder. Nach seinem Abzug übte er scharfe Kritik: „Die Venezianer hätten mehr auf das Ruder als auf die Schaufel gesetzt.“
Die Osmanen begannen, die Festung zu bestürmen, verloren aber bis zum Herbst fast 20.000 Mann. Ein Heer von Sklaven und Schanzarbeitern grub Laufgräben und Minenstollen. Der Kampf verlagerte sich unter die Erde.
Der Minenkrieg
Einen Minenkrieg diesen Ausmaßes hatte es in der Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben und war bis zum Ersten Weltkrieg einzigartig. Tausende Einwohner Candias und Galeerensklaven gruben sich immer tiefer in die Erde ein. In der Stadt grub man Tunnel für Horchposten, Konterminen und Gänge zu abgeschnittenen Vorposten. Die Mineure mussten eine Menge Probleme bewältigen. Die Belüftung der arbeitenden und kämpfenden Truppe musste sichergestellt werden, sonst drohten sie am Grubengas oder an einer CO2-Übersättigung zu ersticken; man verwendete dafür überdimensionale Schmiedeblasbälge, die über ein Rohrsystem in den Stollen verteilt wurden. Mit Rohren und Pumpen wurde eindringendes Grundwasser herausgeholt. Die Orientierung erfolgte mittels Kompass.
Die Angreifer sprengten sich mit 50–170 Tonnen Pulver durch ganze Mauerabschnitte und Bastionen. Mit Kontraminen versuchte man, die Minen anzugraben, zu sprengen oder unter Wasser zu setzen. Wenn möglich, versuchte man vor der Sprengung das gegnerische Pulver auszuräumen oder den Explosionsdruck durch einen nahegelegenen Gegenstollen abzuleiten. In den am stärksten belagerten Abschnitten gab es ein mehrstöckiges System an Gängen, Kasematten, Galerien, Tunneln und Minen. Wenn zwei gegnerische Stollen aneinandergerieten, kam es zu erbitterten Gefechten unter der Erde. Die Mineure erstickten in abgesprengten Stollen, wurden verschüttet, zerquetscht, verbrannten oder ertranken.
Auch über der Erde wurden zahlreiche neue Tötungsgeräte ausprobiert und eingesetzt. Verschiedene Wurfbomben, Handgranaten, Geländeminen, Sprengkästen, Brand- und Sprengfässer wurden entwickelt oder verbessert. Oft waren die türkischen Approchen bis auf Pistolenschussweite an die zerschossenen und gesprengten Stellungen herangerückt. Es wurden Scharfschützen eingesetzt, und mit überraschenden Sturmangriffen versuchten die Belagerten, einzelne Batterien und Stolleneingänge zu zerstören. Sandsäcke kosteten einen halben Taler, und die Kämpfenden versuchten, sich die erbeuteten Sandsäcke wieder wegzunehmen.
Die Söldner vegetierten in Erdlöchern und zerschossenen Ruinen. Problematisch war der Hunger in den Zeiten schlechterer Versorgung durch Venedig. Der Sold wurde durch Inflation auf den Bruchteil seines Wertes reduziert, und die notwendige Nahrung konnte damit nicht mehr bezahlt werden. Es brachen bald Skorbut, Pest und andere Seuchen aus. Wer krank oder verletzt war, hatte kaum eine Überlebenschance. Überläufer waren an der Tagesordnung, aber bei den Türken war die Versorgungslage nicht besser. Der Schweizer Michael Cramer, Sohn eines Lindauer Bürgers, als Söldner angeworben und später samt seiner Truppe an Venedig verkauft, schildert grauenhafte Einzelheiten: „Am Kampfplatz wurde uns die Waffe überreicht. Jetzt hatten wir die Wahl, zu kämpfen oder zu den Osmanen über zulaufen, wobei es ihnen dort nicht besser ging.“
Der Nachschub an Essen war unzureichend und teuer. Man half sich mit der Zubereitung von Ratten und Mäusen und aß offensichtlich auch Menschenfleisch, so dass dies bei Todesstrafe verboten werden musste. Das ausgelassene Fett der Gefallenen fand als „Türkenschmalz“ zum Einreiben der Füße Verwendung. Aus der Haut konnte man Riemen schneiden und zur Erinnerung mit nach Hause nehmen. Deutsche, Franzosen, Italiener, Savoyarden, Schweizer und Malteser wurden in die Festung gebracht und verschwanden in ihren Ruinen. Wenn ein Oberst begraben wurde, marschierten hinter den zehn Kompaniefahnen oft nur noch ein Dutzend Söldner; es kam sogar vor, dass ein einzelner mehrere Fahnen tragen musste.
Während die einfachen Soldaten starben, genossen die hohen Offiziere in der Stadt das Leben. Venedig organisierte und zahlte vollen Luxus. Die Generäle und Admirale waren mit Eitelkeiten und Intrigen beschäftigt. Es fehlte ihnen an nichts. Die Galeeren brachten alle Waren aus Venedig, und die hungernden Bürger der Stadt waren froh, wenn sie ihre Frauen und Töchter an einen Offizier verkaufen konnten. Dies war ein Krieg, wie er für das barocke Zeitalter üblich war, und Venedig unterstützte ihn. Es herrschte „Kreuzfahrerstimmung“.
Aus Frankreich trafen 600 kreuzzugsbegeisterte Adlige – jeder mit Gefolge – ein. Sie wurden die „sechshundert Narren“ genannt. Diese unerfahrenen Kreuzritter wollten die Angreifer alleine besiegen; der Angriff wurde jedoch zu einem Fiasko. Im Labyrinth der gegnerischen Gräben verliefen sich die meisten und wurden von den Osmanen erschlagen, erschossen oder gefangengenommen und verkauft. Nur die Hälfte von ihnen kam wieder zurück, das Gefolge wurde vollständig aufgerieben. Die überlebenden Kreuzfahrer fuhren daraufhin wieder zurück nach Frankreich.
Venedig besserte seine Kriegskasse mit Glücksspiel und Freudenhäusern auf, und solange der Nachschub zur See aufrechterhalten wurde, ging der Kampf um die in Trümmern liegende Stadt weiter. Der Ingenieur Georg Rimpler klagte später in seinem Buch: „Wie schwer es doch die Generalität lerne, mit ihrem kostbarsten Material, nämlich dem Soldatenblut umzugehen. Es ist unverantwortlich, daß man das unschuldige und redliche Volk so auf die Schlachtbank führt. Die Infanterie als die Seele und das Leben der Festung so vorsätzlich in den Tod zu schicken, ist ein großes Versehen.“
Im August 1669 kam das Ende. Die Türken hatten ihre Flotte wieder aufgebaut und störten damit die Versorgung von Candia. Zuerst zogen die Franzosen ab, nachdem ihr Führer, der Großadmiral Beaufort am 25. Juni bei einem nächtlichen Ausfall gefallen war. Wenig später folgten ihnen die Malteser. Bald meuterten die Mineure und Söldner in den Gräben und Wällen. Sie drohten, ihre Offiziere zu erschlagen, wenn nicht sofort kapituliert würde. Am 25. Augustjul./ 4. September 1669greg. wurde der Waffenstillstand geschlossen. Es durfte alles an Menschen und Material mitgenommen werden. Auf ihrem Rückweg wurden die Christen Opfer einer Pestepidemie, einige Schiffe sanken, und Piratenangriffe kosteten noch viele weitere Tote.
In den letzten drei Jahren der Belagerung gab es über 60 Sturmangriffe, 90 Ausfälle, 5.000 Minensprengungen und 45 größere unterirdische Gefechte; 30.000 Christen und 120.000 Türken waren gefallen.
Die Festung auf der Insel Gramvoussa im Nordwesten konnte sich noch bis 1692 halten, die Festungen Sitias und der Insel Spinalonga in der Mirabello-Bucht im Osten Kretas sowie die Anlagen in der Souda-Bucht im Westen sogar noch bis 1715.
Quelle : Wikipedia
Hier Bilder eines Küstenfort der Venenzianer in Ierapetra
Es wurde im Jahr 1626 erbaut und im Krieg gegen die Osmanen zerstört. Ende des 20. Jahrhundért wurde es für das Stadtbild wieder aufgebaut.
Ein Eldorado für einen jeden der diese unser Hobby teilt. Viele Ruinen aus vielen verschiedenen Zeiten von vielen verschiedenen Völkern. Fast alles frei zugänglich. Auch die Höhlen wo in Deutschalnd überall ein Gitter vor ist kann man hier noch ungestört betrachten. Dies hat aber leider den Nachteil das viel Vandalismus von unwissenden Menschen begangen wird und wurde.
Als erstes einige Geschichtlich Hintergründe zur Insel.
Kreta war nachweislich etwa ab 6000 v. Chr. besiedelt. Ab dem dritten vorchristlichen Jahrtausend entstand auf der Insel mit der Minoischen Kultur die erste Hochkultur auf europäischem Boden. Etwa um 1100 v. Chr. übernahm mit den Mykenern eine erste griechischsprachige Bevölkerung die Paläste ihrer Vorgänger; durch den Zuzug weiterer griechischer Stämme, die in den folgenden Jahrhunderten auf Kreta siedelten, wurde die Sprache der Minoer allmählich gänzlich verdrängt.
In klassischer Zeit lag Kreta am Rand des griechischen Kulturraums, es galt als „Insel der 100 Poleis“, war also in zahlreiche kleine Stadtstaaten zergliedert. Der in Stein gehauene Gesetzestext der damals mächtigen Polis Gortys ist der einzige vollständig erhaltene Codex dieser Art der griechischen Antike. Zur Zeit des Hellenismus gewann Kreta wieder an strategischer Bedeutung. Die ab 67. v. Chr. herrschenden Römer verwalteten Kreta in der Provinz Creta et Cyrene von Gortyn aus zusammen mit der heute libyschen Küste.
Die von 395 bis 1204 währende byzantinische Epoche wurde nur 824 bis 960 durch Besetzung durch die Sarazenen unterbrochen. Nach dem Vierten Kreuzzug und der Eroberung Konstantinopels fiel Kreta an die Republik Venedig, die die Insel als Regno di Candia von Iraklio aus verwaltete. 1645 eroberten die Türken die Insel und verleibten sie als Girit (osmanisch گريد) dem Osmanischen Reich ein. Zahlreiche Aufstände der Bevölkerung im 19. Jahrhundert gegen die Besatzer wurden blutig niedergeschlagen. 1898 erzwang die Intervention Frankreichs, Russlands und des Vereinigten Königreichs eine fast vollständige Autonomie Kretas unter der Oberhoheit der Hohen Pforte. Durch den Vertrag von London von 1913 wurde Kreta schließlich Teil des griechischen Staates, durch den im Vertrag von Lausanne 1923 vereinbarten umfassenden Bevölkerungsaustausch mussten rund 50.000 Türken die Insel verlassen, viele Griechen aus Kleinasien siedelten in Kreta.
Geschichte zum Venenzianisch - Osmanischen Konflikt auf Kreta
Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges auf dem europäischen Festland begann im Mittelmeerraum nach einer längeren friedlichen Zeit ein neuer Krieg. Im Jahr 1644 griffen die Malteser Ritter einen türkischen Konvoi an, der von Alexandria auf dem Weg nach Konstantinopel war. Die Malteser brachten ihre Beute nach Kreta. Sie hatten auch etliche Mekka-Wallfahrer gefangengenommen. Daraufhin stach im Juni 1645 eine türkische Flotte mit 60.000 osmanischen Soldaten unter Sultan İbrahim I. in Richtung Kreta in See, und kurz darauf bedrohte ein türkisches Heer Dalmatien.
Der Angriff der Türken auf Kreta begann im Juni 1645 mit der Einnahme der Festungen auf Agii Theodori vor der Nordküste Westkretas und nach wochenlanger Belagerung am 22. August 1645 mit der Eroberung der Stadt Canea. Auf dem Landwege zogen die türkischen Truppen weiter nach Osten, und auch die osmanische Flotte griff nun zeitgleich im September 1646 die Festung Rethymno an, die nach mehrwöchiger Belagerung am 13. November fiel.
Um einen solchen Krieg führen zu können, benötigte Venedig Truppen, die es nicht selbst aufbringen konnte, und so warb es Söldner aus ganz Europa an, vor allem 30.000 Mann aus Hannover, Braunschweig und Celle. Die meisten waren arbeitslose und unnötig gewordene Veteranen des Dreißigjährigen Krieges, die ihren Zahlmeistern, den Städten und Fürsten, nach dem Krieg zu einer teuren Last geworden waren. Der Ruf Venedigs nach Soldaten bot die Gelegenheit, sich von diesem Soldatenmob zu befreien. Vor allem deutsche Fürsten waren dankbar, ihre überschüssigen Truppen gegen gute Bezahlung loszuwerden.
Kleinkrieg 1648 bis 1666
Sehr bald war die gesamte Insel von den Osmanen besetzt, und nur noch die stark befestigte Festung Candia ( Iraklion ) hielt stand. Die Osmanen begannen mit der Belagerung am 1. Mai 1648. Venedig konnte mit seiner Flotte den osmanischen Nachschub abfangen, blockierte die Dardanellen, gewann gegen die osmanische Flotte 1651 bei Naxos und 1656 vor den Dardanellen mehrere Seeschlachten, und konnte Candia weiterhin gut versorgen. Die beiden folgenden Jahrzehnte waren bestimmt von einem endlosen Kleinkrieg zu Land und auf See. Konnte Venedig die Versorgungslage aufrechterhalten und türkische Schiffe kapern, wurden die Türken zurückgedrängt. Zur Winterzeit, wenn der Kampf ruhte und das Mittelmeer wegen der Winterstürme unbefahrbar war, blieb für Candia der Nachschub aus. Wenn die Türken mit ihren Schiffen durchkamen, so ging die Belagerung auf Kreta weiter. Immer wieder zog die Pest über Candia, und so kostete der zermürbende Kleinkrieg beide Seiten viele Verluste an Menschen und Material.
Angriff auf Candia Im Frühjahr 1666 begannen die Türken mit dem Großangriff auf das inzwischen zu einer riesigen Festung ausgebaute Candia. Es wurde von sieben Forts und dazugehörenden Gräben, Kontereskarpen, einem Labyrinth an gedeckten Wegen, unterirdischen Tunneln und zahllosen Schanzen, Bastionen, Wällen, Kasematten, Kaponnieren, Hornwerken und Ravelins geschützt. Die meisten Anlagen waren unterirdisch miteinander verbunden. Die Werke waren mit Verwendung von Hohlbauten aus Luftziegeln, Holz und Erde errichtet. Das war den aus Mitteleuropa angereisten Ingenieuren neu; sie waren an Erdwälle oder an Mauern mit dahinter aufgeschütteter Erde, nicht aber an Hohlbau gewöhnt und lernten hier die Widerstandsfähigkeit solcher Deckungen erst kennen.
Minenkrieg
Unter Führung des Hugenotten St. André lernten Festungsbauer und Ingenieure aus vielen Ländern ihr Handwerk. Der deutsche Ingenieur Georg Rimpler sollte im Jahre 1683 bei der Zweiten Wiener Türkenbelagerung mit diesem Wissen um die Organisation, Technik und Logistik beim Bau einer Festung wesentlich zum Durchhalten der Stadt Wien beitragen. Er und Johann Bernhard Scheither († nach 1677) schrieben in den nächsten Jahren ihre Erfahrungen zu bedeutenden Werken über die Belagerungskunst nieder. Nach seinem Abzug übte er scharfe Kritik: „Die Venezianer hätten mehr auf das Ruder als auf die Schaufel gesetzt.“
Die Osmanen begannen, die Festung zu bestürmen, verloren aber bis zum Herbst fast 20.000 Mann. Ein Heer von Sklaven und Schanzarbeitern grub Laufgräben und Minenstollen. Der Kampf verlagerte sich unter die Erde.
Der Minenkrieg
Einen Minenkrieg diesen Ausmaßes hatte es in der Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben und war bis zum Ersten Weltkrieg einzigartig. Tausende Einwohner Candias und Galeerensklaven gruben sich immer tiefer in die Erde ein. In der Stadt grub man Tunnel für Horchposten, Konterminen und Gänge zu abgeschnittenen Vorposten. Die Mineure mussten eine Menge Probleme bewältigen. Die Belüftung der arbeitenden und kämpfenden Truppe musste sichergestellt werden, sonst drohten sie am Grubengas oder an einer CO2-Übersättigung zu ersticken; man verwendete dafür überdimensionale Schmiedeblasbälge, die über ein Rohrsystem in den Stollen verteilt wurden. Mit Rohren und Pumpen wurde eindringendes Grundwasser herausgeholt. Die Orientierung erfolgte mittels Kompass.
Die Angreifer sprengten sich mit 50–170 Tonnen Pulver durch ganze Mauerabschnitte und Bastionen. Mit Kontraminen versuchte man, die Minen anzugraben, zu sprengen oder unter Wasser zu setzen. Wenn möglich, versuchte man vor der Sprengung das gegnerische Pulver auszuräumen oder den Explosionsdruck durch einen nahegelegenen Gegenstollen abzuleiten. In den am stärksten belagerten Abschnitten gab es ein mehrstöckiges System an Gängen, Kasematten, Galerien, Tunneln und Minen. Wenn zwei gegnerische Stollen aneinandergerieten, kam es zu erbitterten Gefechten unter der Erde. Die Mineure erstickten in abgesprengten Stollen, wurden verschüttet, zerquetscht, verbrannten oder ertranken.
Auch über der Erde wurden zahlreiche neue Tötungsgeräte ausprobiert und eingesetzt. Verschiedene Wurfbomben, Handgranaten, Geländeminen, Sprengkästen, Brand- und Sprengfässer wurden entwickelt oder verbessert. Oft waren die türkischen Approchen bis auf Pistolenschussweite an die zerschossenen und gesprengten Stellungen herangerückt. Es wurden Scharfschützen eingesetzt, und mit überraschenden Sturmangriffen versuchten die Belagerten, einzelne Batterien und Stolleneingänge zu zerstören. Sandsäcke kosteten einen halben Taler, und die Kämpfenden versuchten, sich die erbeuteten Sandsäcke wieder wegzunehmen.
Die Söldner vegetierten in Erdlöchern und zerschossenen Ruinen. Problematisch war der Hunger in den Zeiten schlechterer Versorgung durch Venedig. Der Sold wurde durch Inflation auf den Bruchteil seines Wertes reduziert, und die notwendige Nahrung konnte damit nicht mehr bezahlt werden. Es brachen bald Skorbut, Pest und andere Seuchen aus. Wer krank oder verletzt war, hatte kaum eine Überlebenschance. Überläufer waren an der Tagesordnung, aber bei den Türken war die Versorgungslage nicht besser. Der Schweizer Michael Cramer, Sohn eines Lindauer Bürgers, als Söldner angeworben und später samt seiner Truppe an Venedig verkauft, schildert grauenhafte Einzelheiten: „Am Kampfplatz wurde uns die Waffe überreicht. Jetzt hatten wir die Wahl, zu kämpfen oder zu den Osmanen über zulaufen, wobei es ihnen dort nicht besser ging.“
Der Nachschub an Essen war unzureichend und teuer. Man half sich mit der Zubereitung von Ratten und Mäusen und aß offensichtlich auch Menschenfleisch, so dass dies bei Todesstrafe verboten werden musste. Das ausgelassene Fett der Gefallenen fand als „Türkenschmalz“ zum Einreiben der Füße Verwendung. Aus der Haut konnte man Riemen schneiden und zur Erinnerung mit nach Hause nehmen. Deutsche, Franzosen, Italiener, Savoyarden, Schweizer und Malteser wurden in die Festung gebracht und verschwanden in ihren Ruinen. Wenn ein Oberst begraben wurde, marschierten hinter den zehn Kompaniefahnen oft nur noch ein Dutzend Söldner; es kam sogar vor, dass ein einzelner mehrere Fahnen tragen musste.
Während die einfachen Soldaten starben, genossen die hohen Offiziere in der Stadt das Leben. Venedig organisierte und zahlte vollen Luxus. Die Generäle und Admirale waren mit Eitelkeiten und Intrigen beschäftigt. Es fehlte ihnen an nichts. Die Galeeren brachten alle Waren aus Venedig, und die hungernden Bürger der Stadt waren froh, wenn sie ihre Frauen und Töchter an einen Offizier verkaufen konnten. Dies war ein Krieg, wie er für das barocke Zeitalter üblich war, und Venedig unterstützte ihn. Es herrschte „Kreuzfahrerstimmung“.
Aus Frankreich trafen 600 kreuzzugsbegeisterte Adlige – jeder mit Gefolge – ein. Sie wurden die „sechshundert Narren“ genannt. Diese unerfahrenen Kreuzritter wollten die Angreifer alleine besiegen; der Angriff wurde jedoch zu einem Fiasko. Im Labyrinth der gegnerischen Gräben verliefen sich die meisten und wurden von den Osmanen erschlagen, erschossen oder gefangengenommen und verkauft. Nur die Hälfte von ihnen kam wieder zurück, das Gefolge wurde vollständig aufgerieben. Die überlebenden Kreuzfahrer fuhren daraufhin wieder zurück nach Frankreich.
Venedig besserte seine Kriegskasse mit Glücksspiel und Freudenhäusern auf, und solange der Nachschub zur See aufrechterhalten wurde, ging der Kampf um die in Trümmern liegende Stadt weiter. Der Ingenieur Georg Rimpler klagte später in seinem Buch: „Wie schwer es doch die Generalität lerne, mit ihrem kostbarsten Material, nämlich dem Soldatenblut umzugehen. Es ist unverantwortlich, daß man das unschuldige und redliche Volk so auf die Schlachtbank führt. Die Infanterie als die Seele und das Leben der Festung so vorsätzlich in den Tod zu schicken, ist ein großes Versehen.“
Im August 1669 kam das Ende. Die Türken hatten ihre Flotte wieder aufgebaut und störten damit die Versorgung von Candia. Zuerst zogen die Franzosen ab, nachdem ihr Führer, der Großadmiral Beaufort am 25. Juni bei einem nächtlichen Ausfall gefallen war. Wenig später folgten ihnen die Malteser. Bald meuterten die Mineure und Söldner in den Gräben und Wällen. Sie drohten, ihre Offiziere zu erschlagen, wenn nicht sofort kapituliert würde. Am 25. Augustjul./ 4. September 1669greg. wurde der Waffenstillstand geschlossen. Es durfte alles an Menschen und Material mitgenommen werden. Auf ihrem Rückweg wurden die Christen Opfer einer Pestepidemie, einige Schiffe sanken, und Piratenangriffe kosteten noch viele weitere Tote.
In den letzten drei Jahren der Belagerung gab es über 60 Sturmangriffe, 90 Ausfälle, 5.000 Minensprengungen und 45 größere unterirdische Gefechte; 30.000 Christen und 120.000 Türken waren gefallen.
Die Festung auf der Insel Gramvoussa im Nordwesten konnte sich noch bis 1692 halten, die Festungen Sitias und der Insel Spinalonga in der Mirabello-Bucht im Osten Kretas sowie die Anlagen in der Souda-Bucht im Westen sogar noch bis 1715.
Quelle : Wikipedia
Hier Bilder eines Küstenfort der Venenzianer in Ierapetra
Es wurde im Jahr 1626 erbaut und im Krieg gegen die Osmanen zerstört. Ende des 20. Jahrhundért wurde es für das Stadtbild wieder aufgebaut.