Nicht viele Finanzdienstleister wurden in den letzten Jahren so sehr gehypt wie die die p2p Szene, allen voran die Unternehmen aus dem Baltikum. Mit Renditen rund um die 14% und garantierten Rückkaufgarantien für säumige Zahler, die sich in den eigenen Ländern mit Krediten über Wasser halten. Für Anleger und Investoren war das jahrelang echtes Gold wert, denn wo sonst konnte man so einfach so schnell so viel Geld verdienen, ohne dabei überhaupt auch nur einen Finger krumm zu machen? Ob die Zeiten vorbei sind, ist eine andere Frage. Wir hier wollen uns mit der Frage befassen, ob P2P allgemein in einer Sinnkrise steckt, was die letzten Entwicklungen auf dem Markt durchaus erklären könnten.

Der Zins fällt

In Deutschland, und hier besonders in NRW, gibt es jede Menge Anleger, die von dem Boom der Vergangenheit profitiert haben. Denn die meisten Anbieter hatten einen leichten Start in die Investitionen angeboten und gleichzeitig mit zweistelligen Zinsen damit geworben, dass man hier leicht ein wenig verdienen kann. Nun, man kann zwar immer noch gut an P2P Krediten verdienen, allerdings ist der Zins mittlerweile nur noch in den seltensten Fällen zweistellig, sondern pendelt sich eher bei acht bis neun Prozent ein. Auch das sind immer noch sehr gute Zinsen für ein Produkt, bei denen Menschen in vorwiegend Mikro- und Autokredite investieren, die Privatpersonen in anderen Teilen der Welt abschließen. So konnte sich der Markt jahrelang über Wasser halten und sich stets verbessern, denn die Nachfrage war auf beiden Seiten gegeben. Mit Zinsen unter 10% aber ist es vielen Anlegern nun ein wenig zu riskant.

Was tun bei Zahlungsausfällen?

Einige Anbahner haben es in den letzten Monaten vorgemacht – was passiert, wenn man die Vielzahl an Krediten irgendwann nicht mehr bedienen kann? Dann sinkt die Bonität, der Zins und somit auch die Faszination der Anleger, weiter zu investieren. In Momenten, wo die sichere Geldanlage eher zu einer Art Spiel wird, kann es sich leicht in beide Richtungen entwickeln. Wie soll man also vorgehen, wenn der P2P Markt momentan nicht mehr jene Zinsen anbieten kann, wie man es einst gewöhnt war?

Risiken aufteilen

Da einfach jede Geldanlage immer mit Risiken versehen ist, kann man auch hier einigermaßen beruhigt zur Sache gehen. Zu allererst sollte man sich nicht nur auf eine Plattform konzentrieren, um mit Mikrokrediten Geld zu verdienen, sondern immer schön das Risiko aufteilen. Sowohl in konservative Geldanlagen – wie Festgelder oder Fonds – als auch in marginal riskantere, wie etwa ETFs oder klassische Aktien. So kann man meist sichergehen, dass nicht alles auf eine Karte gesetzt wird. Falsch es irgendwo Ausfälle geben sollte, so können die von anderen Posten aufgefangen werden. Das hilft, auch in Zeiten von geringen Zinsen stets ein wachsendes Polster zu besitzen, auf das man bauen kann. P2P haben die Tendenz, immer mal wieder zu fluktuieren, was die Zinssätze betrifft. Es kann also gut und gerne sein, dass wir bereits 2020 wieder bessere Konditionen erwarten können, um wieder vermehrt auf jenen Plattformen zu investieren. Den Anlegern in NRW wird das sicherlich gefallen.