In Deutschland gibt es noch eine Vielzahl von Bunkeranlagen. Obwohl die Bedrohung eines kriegerischen Akts ständig wächst, verfallen die Anlagen seit Jahrzehnten. Sie gelten als nicht mehr tragfähig und werden von den jeweiligen Bundesländern nicht mehr in Stand gehalten. Längst hat aber die Privatwirtschaft ein Auge auf die ehemaligen Bunkeranlagen geworfen. Neben Lagerorte für hochsensible Daten und Bankbackups entstehen auch bei uns in Deutschland private Bunker, die im Falle einer Katastrophe Leben retten sollen. Natürlich sofern das Kleingeld stimmt und Anteile gekauft wurden. Vorbild ist hierbei der amerikanische Bunker-Markt, der in den letzten Jahren sehr aktiv war.

Es gibt aber auch viele andere Ideen, die sich mit den teils zerfallenen Bunkerbauten umsetzen lassen. Zunächst sind sie ein Relikt der Vergangenheit. Trotz des Schreckens und der Angst, die Menschen in diesen Anlagen durchlebten, erzählen die Bauten mit vielen kleinen Details bis heute eine lebendige Geschichte, die uns immer wieder fasziniert.

Bunker: Hotels, Wohnhäuser, Erlebnis

So wundert es auch nicht, das zahlreiche dieser alten Bauten in den letzten Jahren zu luxuriösen Wohnhäusern umgebaut wurden. In vielen Großstädten reihen sich die ehemaligen Anlagen an die normalen Wohnhäuser an. Es gibt sogar eine Reihe an spezialisierten Investoren, die vorwiegend in Bunker investieren, um diese für Wohnzwecke nutzbar zu machen. Der Aufwand darf aber nicht unterschätzt werden. Der Umbau, die Sanierung verschlingt wesentlich mehr Geld, als bei zerfallenen Wohnhäusern.

Teilweise finden sich Bunker auch als luxuriöse Lofts oder Penthäuser wieder, die mit einem ganz speziellen Raumkonzept viel Platz zum Leben bieten und deren oft traurige und erschreckende Geschichte am Ende ein gutes Ende nahm. Die ehemalige Bedrücktheit, die Dunkelheit, die jedem den Raum zum Atmen nah, wich einem durchgestylten und fensterreichen Raumkonzept. Wer im Netz danach sucht, findet sogar einige Mietwohnungen in den ehemaligen Bunkerbauten. Günstig sind diese aber in der Regel nicht.

Im Bunker übernachten

Auch das gibt es. Gleich in mehreren Versionen. Abenteuerurlaub mit erdrückender Angst, die einen geißelt, findet sich vor allen in den Original-Bunkern, die nur so weit umgebaut wurden, dass sie sich als Schlafstelle eignen. In diesen Anlagen werden dann sogenannte Bunker-Zimmer für die Übernachtung angeboten. Teilweise sogar als Low-Budget-Reisetipps für Studenten.

Auf der anderen Seite gibt es das Luxushotel in München, das in einem ehemaligen Bunker gebaut wurde. Äußerlich aber auch im Inneren erinnert heute nichts mehr an den damaligen Verwendungszweck. 2014 erfolgte die Sanierung. 16 Apartments entstanden in dem Designhotel. Auspannen hinter dicken Mauern lautet das Motto, das nicht nur in München Anklang findet. Auch in der Schweiz finden wir einen massiven Koloss. Dort entstand das Felsenhotel La Claustra, die Anlage mit dem militärischen Namen San Carlo wurde 1999 außer Dienst gestellt und ist nun ein elegantes Hotel mit Dampfbad und Wassergrotte.

Wer es lieber stilistisch mag, findet ein Bunker Hotel mit dem Charme der DDR Zeit aus 1976. 3600 m² weist das Bunker Hotel am Rennsteig auf und wird bis heute im NVA Stil geführt.